Sonntag, 24. Mai 2009

Ein Tag auf See






Einigermaßen ausgeschlafen wenden wir uns den Genüssen einer Schiffspassage zu. Wolkenloser Himmel, 29 Grad, angenehme Brise und vielfältige Abwechslungsmöglichkeiten halten für jeden von uns etwas bereit. Für Sascha insbesondere den GP von Monte Carlo. Omar und Gottfried philosophieren wie gewöhnlich über Fidel Castro, die Verstaatlichungspolitik von Hugo Chavez, kubanische Frauen und esoterischen Krimskrams. Ich ärgere mich vornehmlich darüber, dass trotz aller Anpreisungen das Internet on board nicht funktionert und ich noch immer keine Posts absetzen kann. Tempirasi. Der Blick aufs Meer, Relaxation Tunes im Ohr, ein Café Frappé und ein gutes Büchlein entschädigen ausreichend. Wir ziehen der bergigen albanischen Küste entlang und erreichen um 18.30 Ortszeit Korfu. Griechenland hat uns wieder ... YASSU!!

Schnarchkonzert


Vier Männer in den besten Jahren in einer Kabine. Ein unüberbietbares akustiko-erotisches Erlebnis. Trotz Omars Schnarchpflaster. Hauptsache, er glaubt an dessen Wirkung. Da helfen nur kubanischer Rum, totale Übermüdung und das angenehme Vibrato des 25.688 PS-igen Schiffsmotors. Kali nichta ...

An Bord




Der schönste Teil unserer Reise hat begonnen. Mit 26 Knoten/h geht es nun gemächlich nach Griechenland. Erstmals mit der MINOAN-Line. Bessere Fahrzeiten als ANEK-Lines und ein schöneres Schiff mit wunderbarer Rundum-Sicht auf das Azurblau der Adria. Wir beziehen unsere Vierer-Kabine. Erinnerungen an legendäre Schulskikurszeiten im Stockbett-Zimmer werden wach. Natürlich gibt's auch Romantik-Kabinen mit Kingsize-Bett – rechtzeitige Buchung vorausgesetzt. Das Restaurant im Bug imaginiert einen Flug über das spiegelglatte Meer im Abendrot und wir prosten uns bei Tsipoura und Choriatiki mit Retsina zu ...

Venezia - que bella

Es ist immer wieder ein Erlebnis, von Venedig aus in die Adria zu schippern. Entlang Santa Maria della Salute, Piazza San Marco, Dogenpalast und Seufzerbrücke zieht die mächtige „Aristoteles Palace“ gemächlich an der venezianischen Skyline vorbei und verlässt die Lagunenstadt beim Lido. Krächzende Möven und auf einem kleinen Ausflugsboot an Deck sitzende Nonnen winken uns ein fröhliches Arrivederci.

Autostrada-Test





Meine Boy-Band fasst es nicht. Ganze ZWEI (!!) Stunden vor dem Fähren-Check-in kommen wir vor Venedig an. Langweilig, denke ich mir. Damit doch nicht alles so glatt läuft, beschließe ich, die Ausfahrt zu verpassen (wobei das legendäre italienische Beschilderungssystem gerne behilflich ist) und die brandneue dreispurige Autobahn nach Mailand zu testen. Straßen bauen können sie wenigstens, die Italos . In Padua drehen wir wieder um und kommen noch immer rechtzeitig in der „Stazione Marittima“ an. Salute Venezia – und ab in den Bauch des Schiffes!

Italien - wie wir es nicht mögen ...

Die SOAK-Busse dieseln brav gegen Süden. In 4 ¾ h ist Udine erreicht. Tankstopp. Italien zeigt sich von einer wenig liebenswürdigen Seite. Im Shop werden neben Zuckerln, Ventilatoren und Paninis in schamloser Offenheit Weine mit Etiketten von Mussolini, Hitler & Stalin im Dreierpack der Widerwärtigkeit feilgeboten. Lega-Nord und Berlusconi haben ganze Arbeit geleistet und offensichtlich ein politisches Klima geschaffen, in dem Derartiges möglich ist. Unfassbar. Ich beschließe nach Zante auszuwandern, wenn der Möchtegern-Kreuzritter Strache Bürgermeister von Wien wird. Venedig und die Fähre sind glücklicher Weise nicht mehr weit ...

Alles Aufstehen ist schwer




Es ist 8 Uhr morgens. Am Flohmarkt wird bereits der erste Trödel verkauft. Wolfgang trödelt auch. Die beiden SOAK-Busse stehen bis auf den letzten Kubikzentimeter voll gepackt in der Garage. Omar, Gottfried & Sascha wollen endlich wegfahren. Ihr Stresspegel steigt sekündlich. Bitte, bitte - diesmal pünktlich starten. Vor drei Jahren: Fähre versäumt. Vor zwei Jahren: 2 Reifenplatzer knapp vor dem Ziel. Letztes Jahr: Fähre noch buchstäblich in der letzten Sekunde erwischt. Ich habe wieder einmal Besserung versprochen. Wär' da nicht der morgendliche Kampf mit dem Aufstehen. Mit einstündiger (einkalkulierter) Verspätung geht es los. Let's SOAK up the road ...