Sonntag, 29. August 2010

Die Frau im Baum

Der wohl berühmteste Olivenbaum in Vasilikos, sicherlich einige hunderte Jahre alt, birgt ein rätselhaftes Geheimnis. An der Basis seines Stammes sitzt - gleich einer in Holz versteinerten Figur - eine Frau, die den Kopf seitlich geneigt und ihre Arme auf Schulterhöhe an die Baumkonturen gelegt hat. Hunderte von Fotografen und Maler hat diese geheimnisvolle Gestalt im Baum bereits motivisch fasziniert. Wer war sie, weshalb suchte sie im Schatten des mächtigen Baumes Ruhe zu finden, welche Träume träumte sie und worauf wartete sie? War sie unglücklich verliebt, wurde sie verzaubert, gar verwunschen? Wird sie erlöst werden und ihre Seelenruhe finden? Während ich darüber nachdenke, läßt sich für kurze Zeit ein Schmetterling auf ihrem Kopf nieder ........

Donnerstag, 26. August 2010

Theater, Theater mit Erich Schleyer

Kaum hatte er seine Mitwirkung bei der erfolgreichen "Romeo & Julia"-Produktion auf der Rosenburg beendet, trat Erich seinen wohlverdienten Urlaub im Land der Geburtsstätte von Komödie & Tragödie an. Wo einst vor unglaublichen Naturkulissen das Fest der Dionysien gefeiert wurde, in denen zumeist drei Tragödien und zuletzt zur Erbauung des Publikums eine Komödie zum Besten gegeben wurden, versammeln sich seit gestern an griechisch-zakynthischen Gestaden rund um den wunderbaren Schauspieler Theater begeisterte Menschen. Sie wollen - ähnlich wie er - selbst im Urlaub nicht ohne die Musen der Spielkunst bleiben. Und mit Ausblick auf die doppelte Bläue des Himmels und des Meeres macht die Arbeit an der Gestaltung von griechischen Theaterchören und diversen Szenen noch mal viel Spass. Erich ist einfach eine Theaterpersönlichkeit, die über unerschöpflich scheinende Energien und Begeisterungsfähigkeit verfügt.

Mittwoch, 25. August 2010

Fotos vom Agios-Dionysios-Fest






Tausende Menschen versammelten sich gestern auf der Platia Ag. Dionysios, um das Erscheinen der Mumie des Hl. Dionysios und die anschließende Prozession zu erleben. Riesen-Kirtag sozusagen. Eine gewisse Skurillität war zunächst dem Erscheinen der lokalen Politprominenz nicht abzusprechen, die sich mit den hohen Repräsentanten der griechichen Orthodoxie und Abordnungen der Armee in die Kathedrale begaben, um die mumifizierten Überreste des Heiligen auf die Platia zu begleiten. Nachdem zahlreiche Musikkapellen, Sängergruppen und Trommelkorps ihre musikalischen Ouvertüren abgeschlossen hatten, wurde der verglaste Schrein des Heiligen kurz nach 19 Uhr unter zahlreichen Böllerschüssen und Glockengeläute aus der Kirche getragen. Bereits zwei Tage zuvor hatten die Gläubigen die Möglichkeit, die Reliquie des als wundertätig geltenden Inselheiligen zu verehren. Unter stimmungsvollen liturgischen Gesängen setzte sich sodann der Prozessionszug in Bewegung. Der Baldachin wurde von Angehörigen der Armee, der Schrein von orthodoxen Priestern getragen, denen zunächst die aus vielen Teilen Griechenlands herbei geeilten Metropoliten mit ihren üppigen Zeremonialgewändern und Mitren folgten. Dahinter die politischen Repräsentanten und all jene, die sich dem illustren Zug anschließen wollten. Auf den Balkonen der umliegenden Häuser hatten sich ebenfalls hunderte Menschen versammelt, um die beste Sicht auf das Spektakel zu erhaschen. Bei der Ankunft am Solomos-Platz hatte sich bereits die Dämmerung über die Stadt gelegt. Vollmond und vielfältige Lichtstimmungen sorgten für eine einmalige Illumination der Szenerie. In der Umgebung der Kathedrale, in die der Heilige wieder zurück gebracht wurde, hatte sich ein Meer von Ständen gebildet, in denen "Loukumades", lokale Süßigkeiten aller Art, wie Pastelli, Mandolato, Galaktobureko, aber auch Donuts, gebrannte Nüsse, Souvlaki, gegrillter Mais und anderes mehr verkauft wurde. Was für eine Melange all dieser Gerüche, in die sich die salzige Meeresluft einwebte und die vom Gemurmel und Lachen der fröhlichen Menschenmenge abgerundet wurde.

Montag, 23. August 2010

Agios Dionysios


Zakynthos ist derzeit in großer Vorbereitung und Erwartung des morgigen Agios Dionysios-Festes, welches gleichzeitig den Höhepunkt des Sommers darstellt. Der heilige Dionysios (1647-1722) war Priester und Mönch, der die meiste Zeit seines Lebens auf der südlich von Zakynthos gelegenen kleinen Inselgruppe der Strophaden lebte und bei den Zakynthern äußerst beliebt war.
Als einige Jahre nach seinem Tod anlässlich einer Exhumierung festgestellt wurde, dass sein Leichnam de facto unversehrt war, wurde die Körperreliquie nach Zakynthos gebracht und in der dort zu seinem gedenken errichteten Kirche beigesetzt. Jeweils am 17. Dezember und am 24. August wird die einem verglasten Silberschrein befindliche Mumie in einer feierlichen Prozession durch die Straßen von Zakynthos-Stadt getragen. Schon einige Tage vorher haben Gläubige die Möglichkeit, dem Inselheiligen - dem auch wundertätige Kräfte nachgesagt werden - die Reverenz zu erweisen. Anlässlich des morgigen Festes werden auch tausende Besucher aus dem nahen Festland sowie hohe Würdenträger der griechischen Orthodoxie erwartet. Natürlich lassen sich auch viele SOAK-Teilnehmer dieses besondere Spektakel, welches um 19.00 beginnt, nicht entgehen.

Samstag, 7. August 2010

Seele baumeln bei Ioana & Nikos

Ein echter Geheimtipp für einen sorglos-erholsamen Strandtag ist die kleine Snack-Bar von Ioana & Kostas am entzückenden Strand von Porto Roma. Ioana ist im wahrsten Sinne des Wortes die Seele des Platzes und verwöhnt ihre Gäste mit ausgesucht köstlichen & liebevoll zubereiteten Speisen. Wenn bloss alle Tavernen auf der Landzunge eine derartige Einstellung hätten. Alleine der "Riganada" halber, eines getoastesten Landbrotes mit unglaublich guten,herrlich gewürzten, frischen, feingehackten Tomaten und eigenem Olivenöl lohnt sich der Weg hierher. In der süßen Bucht von Porto Roma schaukeln einträchtig Fischer- und Segelboote und laden zum Träumen von odysseeischen Fahrten ein. Dann ein erfrischender Schwumm im kristallklaren Meer, ein kleines Sonnenbad und anschließende Siesta im angenehmen Schatten der schildbedeckten Sonnenschirme - und der Genuss der Langsamkeit des Seins ist perfekt!

Freitag, 6. August 2010

SOAK trauert um "Valentino" Kostas Vardakastanis

Heute in den frühen Morgenstunden ist unser Freund Kostas Vardakastanis, liebevoll "Valentino" genannt, nach langer, schwerer Krankheit im 44. Lebensjahr von uns - und in hoffentlich wahrliche arkadische Gefilde - gegangen. Kostas wurde vielen SOAK-Teilnehmer/innen zunächst durch seine wunderbare Taverne "Valentino" und später als Chefkellner bei "Ionion" bekannt. Die SOAK hat jedes Jahr auch viele Zimmer und Appartements seiner Häuser für Kursleiter/innen angemietet. Er war stets von heiterem Gemüt, hilfsbereit, freundlich und egal was er tat - professionell. Ein unermüdlich arbeitender Mann, der auch auf der ganzen Insel für seine Fähigkeit, klassische Ionische Ziegelsäulen - die viele Häuser schmücken - herzustellen. Vor einigen Jahren gründete er in Vasilikos eines ethnographisches Museum, für welches er über lange Zeit Einrichtungsgegenstände, landwirtschaftliche Geräte und Kostüme des alten Zante zusammentrug, um den Besuchern einen Eindruck vom Leben auf der Insel in vergangenen Zeiten zu vermitteln. Vor über einem Jahr wurde er von einer schweren Krankheit heimgesucht, gegen die er tapfer und mit großer Energie ankämpfte. Er hinterlässt seine Frau Athina und drei Töchter, denen unser aller Mitgefühl gilt. Wir verabschieden uns morgen von unserem Freund. Yassu Kosta, sto kalo!