Montag, 3. September 2012

Septemberwonnen

Seit einigen Tagen herrscht eine herrliche Energie auf der Insel. Die Hochsaison ist vorüber, die Temperaturen liegen bei angenehmen 28 Grad, der Himmel ist unverändert strahlend blau, das Meer überwiegend spiegelglatt und die Ruhe Balsam für die kreative Seele. So wundert es auch nicht, dass die buntbetupfte SOAK-Community das große Freiluftatelier in vollem Umfang bespielt und genießt. Der Vasilikos Social Club ist in neuer Besetzung angetreten und verbreitet musikalisch hochwertigste Stimmung. So wie gestern Abend bei der Vernissage, als Nikos Pipinelis mit seinem Athener Musikerkollegen, dem Spitzengitarristen Thanassis Sacharopoulos, in die zarten Saiten griff und das SOAK-Publikum verzauberte. Ganze zwei Stunden dauerte das Konzert in romantischer Stimmung, bei dem sich auch die Teilnehmer/innen des Musikkurses einbrachten und Malassistentin Michaela ihre fulminanten Sangeskünste unter Beweis stellte. Texte memorierend wandeln die Schauspiler/innen über den Strand, sprechen in klassischer Tradition gegen das Meeresrauschen und folgen den Regieanweisungen der liebevoll strengen Kursleiterin Katharina Stemberger. Das Publikum wird es ihnen bei der heutigen Finissage im Amphitheater danken. Hinter den zart in der Nachmittagsbrise flatternden bunten Vorhängen des kleinen Pavillons am Artina-Gelände entspannen sich am Boden liegend die Schreiberlinge und lauschen entzückt ihrer Muse Ginka Steinwachs. Die deutsche Schriftstellerin versteht es jedes Jahr aufs Neue, ihre Gruppe mit spielerischer Leichtigkeit und liebevollen kreativen Ideen die Angst vor dem Schrift werdenden Wort zu nehmen. Der Mund ist aufgegangen, hört man dort und mir rinnt bereits das Wasser im Mund zusammen, diese wunderbaren Texte in Kürze zu Gehör gebracht zu bekommen. Während ich diese Zeilen in der Bousoulas-Taverne bei einem Gläschen Wein blogge, klingen vom nahen Bauernhof die rythmischen Klänge der Trommelgruppe an mein Ohr und der noch fast volle "Blue Moon" beginnt mit seiner abendlichen Wanderung über den zakynthischen Nachthimmel - Septemberwonnen sind einfach schön.

Freitag, 24. August 2012

Hausgemachte Feuersbrünste

Die sommerliche Hitze hat in den südeuropäischen Ländern wieder zu ausgedehnten Waldbränden geführt. Auch Zakynthos ist, nebst vielen anderen Plätzen in Griechenland, davon betroffen. Touristische Orte, so auch Vasilikos, sind von diesen Ereignissen jedoch unberührt. Vielmehr wurden große Teile des westlichen Berglandes (Vrachiona) zwischen den Orten Kiliomeno, Agios Leon, Exo Chora, Anafonitria und Volimes ein Raub der Flammen. Doch sind wirklich die hohen Temperaturen schuld an dieser Katastrophe? Keineswegs. Die Hauptursache von solchen Naturverstümmelungen ist wieder einmal der Mensch. Schon wenige Gespräche mit befreundeten Griechen bringen zu Tage, dass Brandlegung an der Tagesordnung ist. Immer wenn sich die Temperaturen der magischen 40 Grad-Grenze nähern UND stärkerer Wind herrscht, lodert das Feuer. Ohne Wind keine Flammen. Die Sache hat also System. Weshalb bloß, fragt sich der ratlose und ob soviel Dummheit entsetzte Mitteleuropäer. Einer der Gründe sind Grundstücksstreitigkeiten und der Versuch von Flächenwidmungsänderungen. Griechenland besitzt weitgehend kein für Österreich seit Jahrzehnten selbstverständliches Grundbuch (Ktimatologio). Es besteht kein befriedigendes Katasterwesen. Besonders auf Zakynthos, wo durch das schwere Erdbeben 1953 nahezu alle Aufzeichnungen verloren gingen, herrscht in einigen Gebieten noch immer heilloses grundbücherliches Durcheinander. Wo keine klar ausgewiesenen Grenzen bestehen, versuchen die Menschen mit der Hilfe von drei Zeugen den alten Besitzstand zu beweisen. Zeugenkauf inklusive. Am Land wird zudem bei großen Arealen mal da, mal dort dem Nachbarn etwas abgezwackt, was wiederum zu Unfrieden führt. Geschützte Waldflächen werden gerne mit Feuer gerodet, um Jahre später mit Hilfe der allerorts grassierenden Korruption in Bauland umgewidmet werden zu können. Brandleger geraten so gut wie nie in polizeiliches Gewahrsam oder werden gar verurteilt. In den Bergen und am Land herrscht die "Omerta", das Schweigen. Die Sachen pflegen hier untereinander geregelt zu werden. Das Opfer dieses unverantwortlichen Handelns ist die herrliche Natur. Während sich Macchia und Buschland in spätestens zwei bis drei Jahren vollständig erholen (die Brandasche ist dabei ein wertvoller Dünger), bleiben verbrannte Olivenbäume, Steineichen und Kieferbäume Jahre lang wie trostlose Riesenzahnstocher in einer apokalyptischen Landschaft stehen. Solange nicht konsequent schwere Strafen für derartige "Kavaliersdelikte" verhängt werden, wird sich leider auch in der Zukunft nichts an diesen Zuständen ändern. Gott sei Dank gehen in Vasilikos in dieser Beziehung die Uhren etwas anders. Die Besitzstände sind weitest gehend geklärt und private Brandwachen sorgen in der Sommersaison dafür, dass sich die touristischen Gäste und die prachtvolle Natur gedeihlich miteinander entfalten können.

Montag, 20. August 2012

Theaterfest in der SOAK


Viele für unsere moderne Zivilisation grundlegende Errungenschaften stammen aus der antiken griechischen Kultur. So auch das Theater. Noch heute kann man in Epidaurus am Peloponnes erleben, wie vor über zweitausend Jahren Theater gespielt wurde und die Schauspieler mit ihrer unverwechselbaren Gestik, Deklamation und insbesondere mit ihren Masken die Zuschauer mit grundlegenden Themen der menschlichen Existenz in den Bann zogen. So war es auch stimmig, für die 20-Jahre-Feier der SOAK im August (im Juli war ja bereits OPUS zu Gast in der Logos-Bar) eine bekannte zakynthische Theatergruppe in unser kleines Amphitheater in Vasilikos einzuladen. Gezeigt wurde die Produktion "To Glendi" (das Fest) und rund 150 Besucher/innen, darunter auch griechische Freunde zeigten sich von der Darbietung mit Live-Musik und Tanzeinlagen sehr beeindruckt. Die Regisseurin der Gruppe, Marie-Luisa Papademous, hatte drei sehr bekannte griechische Liedschöpfungen, teilweise aus dem frühen Mittelalter stammend, szenisch umgesetzt und dabei aus dem antiken Darstellungsrepertoire geschöpft. Die Inhalte der Erzählungen wurden dem überwiegend deutschsprachigen Publikum in einer Einleitung vermittelt, sodass es nicht schwer fiel, dem Gang der Handlung zu folgen. Hauptinhalt des Abends war die Geschichte von "Iliogeniti", der Tochter der Sonne, die von einem jungen, reichen Mann namens Konstantinos, zur Frau begehrt wurde, seine Werbung jedoch ablehnte. Um sie dennoch zur Frau zu bekommen, bediente sich Konstantinos der magischen Kraft von Hexen und mit einem weiteren Trick gelang es ihm schließlich, die wunderschöne Frau in sich verliebt zu machen. Doch seine Mutter, die aufgrund der vorausgehenden Ablehnung der Brautwerbung noch immer tief in ihrer Ehre gekränkt war, vergiftete die Schwiegertochter in spe, worauf sich ihr Sohn in seiner Gram das Leben nahm. Nach der ebenfalls bekannten Ballade der "Toten Brüder" endete das nächtliche Theaterfest mit einem großen Buffet, das die sommerakademischen Gäste in fackelumrahmter Meeresnähe vor dem Amphitheater kulinarisch verwöhnte.

Dienstag, 14. August 2012

Michael Niavarani steht auf Zakynthos

Viele SOAKies dachten in den vergangenen Tagen nicht ganz recht zu sehen, als sie ein durch Fernsehen, Film und Theater bekanntes Gesicht regelmäßig an den diversen beliebten sommerakademischen Treffpunkten in Vasilikos erblickten. Ein neuer Kurleiter in  der SOAK? Oder gar die Vorhut einer neuen persischen Invasion in Griechenland? Keineswegs. Wobei sich natürlich besonders Massud Rahnama, unser aus dem Iran stammender Impromime besonders freute, seinen Landsmann und Schauspielerkollegen, den bekannten Kabarettisten Michael Niavarani in Vasilikos zu sehen. Dieser urlaubt bereits seit vielen Jahren zurückgezogen mit seiner Familie in Vasilikos, kam aber diesmals ganz spontan in Begleitung der beiden SOAK-Kursleiter Petra Benovsky (Fotografie) und Lukas Hillebrand (Musik & Singen) auf die Insel. Zuvor hatte er noch in der Wiener Stadthalle über 2.000 Fans begeistert, bevor er eine längere Auftrittsauszeit begann. Immerhin ist der Simpl-Chef seit zwei Jahren auch Intendant des erfolgreichen Sommertheaters in Berndorf und war mit seinem letzten Kabarettprogramm lange Zeit auf Achse. Jetzt stehen eher Erholung und inspirative Ruhe für allerlei neue Projekte, darunter auch ein literarisches, an.

So gab es nun in den letzten Tagen vergnügliche Runden mit dem Großmeister des feinen Humors in Yannis Coffehouse, philosophische Gespräche in Nikos Bousoulas-Taverne und Vorträge über Quantenphysik in der Logos-Bar. Letztere Wissenschaft ist nämlich seit drei Jahren ein großes Steckenpferd von Michael Niavarani und machte es großes Vergnügen, ihm bei seinen interessanten Gedanken zu lauschen. Ein Grund für den Spontanausflug nach Zakynthos mag auch die Überlegung gewesen sein, mit seinem Freund und Agenten Georg Hoanzl, der ebenfalls ein langjähriger Sommerakademie-Gast ist, zusammen zu treffen. Schließlich lässt es sich ja mit dem Blick auf das smaragd-türkisblaue Meer genüsslicher neue Pläne aushecken.

Sonntag, 12. August 2012

Junge Talente in der Sommerakademie



Die Acrylmalerei erfreut sich in der Sommerakademie schon seit mehr als 15 Jahren großer Belietbheit und hat sogar schon zahlreiche Talente ans zakynthische Tageslicht gebracht oder sogar Teilnehmer/innen zum weiterführenden Studium an diversen Kunstschulen oder Universitäten bewogen. Immer wieder hört man aus Künstlerkreisen etwas abfällige Bemerkungen über Menschen, die sich in ihrer Freizeit und als Hobby mit Malerei oder diversen anderen Kunstrichtungen auseinander setzen, dies aber gar  nicht unter Erwerbsaspekten tun. Zuletzt etwa der bekannte österreichische Maler und Grafiker Herwig Zens, der sich in einer Filmdokumentation zum Thema Farbe über "Hausfrauen" mokierte, die an diversen Kurseinrichtungen Malkurse besuchen würden, aber von Kunst überhaupt nichts verstünden. Seiner Ansicht nach entstünde Kunst nur aus Leidensdruck, der wahre Künstler müsse dramatische und qualvolle Lebensmomente durchlaufen, um immer wieder aus sich selbst schöpfen zu können und dgl. Dies habe nichts mit Lust und Spaß und schon gar nichts mit Urlaubsvergnügen zu tun. Derartige - zumeist aus dem frustrierten Mund von Künstlersenioren stammende - verzopfte Ansichten vermögen wir hier nicht zu teilen. Sie entstammen einem schon längst überholten "Unterrichtsdrilll- und Leidenmüssen-System", was auch die jüngsten Erkenntnisse der Neurobiologie eindrucksvoll bestätigen. Die Hirnaktivität wird besonders - und auch bis in das hohe Alter hinein - durch lustvolle Lernanreize gesteigert, was natürlich auch andere und kreativere Unterrichtsmodelle und pädagogisch kreative Lehrende erfordert. Die Sommerakademie ist seit Jahrzehnten der lebendige Beweis dafür, dass in jedem Menschen erhebliches kreatives Potential vorhanden ist und dieses selbst in kürzester Zeit im richtigen Umfeld und mit einfühlsamer und anregender Begleitung zu Tage gefördert werden kann. Menschen, die in ihrer Bereitschaft, sich kreativ zu betätigen, nicht durch unkende Zurufe frustiert und traumatisiert werden (wie dies oft in unseren Schulen geschieht), sind zufriedenere, entspanntere und glücklichere Menschen - gleich ob sie nun mit der von ihnen praktizierten Kreativität ihren Lebensunterhalt verdienen (müssen) oder nicht. Im Besondern gilt dies für die Bereiche Musik, Theater und Malerei.

Das obige Bild des SOAK-Hundes "Gina" wurde übrigens von einem 12-jährigen Mädchen gemalt, das seit vielen Jahren mit ihrer Familie in die SOAK kommt und zudem in ihrer kreativen Entfaltung durch zahlreiche andere privaten Malkurse gefördert wird. Leo - so der Name der jungen Malerin - liebt ganz besonders die Tiermalerei. Stundenlang sitzt sie ganz versunken vor der Staffelei und bringt Pferde, Esel, Katzen und sonstige Tiermotive kunstvoll auf die Leinwand. Niemand korrigiert sie hier mit erhobenem Zeigefinger, kritisiert sie in verletzender Weise oder zwingt sie, Dinge zu malen, die sie nicht will. Genau so interessiert sich das quirlige Mädchen aber auch für Tanz, Theater und Musik. Um solche hervorragenden Talente auch weiterhin zu unterstützen, wird die SOAK ab nun Kunststipendien für ihre jungen Teilnehmer/innen vergeben. Und Leo ist die erste SOAK-Stipendiatin für 2013! Wir gratulieren!

Montag, 30. Juli 2012

OPUS rockte die Insel

Die letzte Woche hatte es musikalisch in sich. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dass in den letzten 20 Jahren die Musiker eine weltbekannten Pop/Rockband ihre Füßchen auf die Insel gesetzt hätten, um im Amphitheater der Stadt zu konzertieren. Diese Premiere blieb der österreichischen Gruppe OPUS vorbehalten, die nun schon seit über 30 Jahren Musikgeschichte schreiben. Die Herren sind zwar schon etwas älter, aber ihrer musikalischen Qualität hat das in keiner Weise geschadet. Ganz im Gegenteil, es scheint fast so wie beim guten Wein zu sein. Je reifer, umso gehaltvoller. Und auf der Bühne ziehen sie eine Show ab, von der so manche junge Musiker noch lernen könnten. Aber dazu später. Vergangenen Dienstag traf die Band mit großem Begleittross auf der Insel ein. Bereits am nächsten Tag gab es ein erstes Stelldichein in Porto Koukla, wo Pavlos Linardos - der die erste offizielle griechische Live-Version des OPUS-Welthits "Live is Life" produzierte - ein Hotel mit einer  romantischen Bar betreibt, in der viel musiziert wird. Dort schmetterte alsdann Herwig Rüdesser, der für mich eine der besten Rockstimmenaller Zeiten hat, nur mit der Gitarrenbegleitung von OPUS-Chef Ewald Pfleger vor rund 100 Leuten einige OPUS-Klassiker. Etwas mehr Publikum - nämlich rund 300 musikbegeisterte Menschen - darunter nahezu die gesamte Sommerakademie, tummelte sich dann am Freitag in der Logos-Bar in Vasilikos, wo OPUS exklusiv zum 20-jährigen SOAK-Jubiläum aufspielten. Und dieses einzigartige Event (Videos folgen demnächst) wäre fast nicht zustande gekommen, da eine eifersüchtige Zakynthische Radiostation mit allen Mitteln zu verhindern suchte, dass vor dem großen Konzert in der Stadt ein Auftritt der ganzen Band erfolgte. So wurde ein örtlicher Instrumente-Verleiher, bei dem die notwendige Backline (Drum Set, Verstärker, etc.) geordert worden war, unter Druck gesetzt, diese nicht auszuliefern. Doch diese Kleingeister hatten das sommerakademischen Organisationsvermögen unterschätzt. Flugs wurde das mittlerweile sehr ansehnliche musikalische SOAK-Musikequipment herbeigeschafft und die professionellen OPUS-Tontechniker bastelten daraus einen für die Logos-Bar perfekten Sound. Ab 23h war es dann soweit und die wie in alten Zeiten aus allen Nähten platzende Logos-Bar hob mit Hits wie "Flying High", "Eleven", "Raise Your Hands" und "Follow Me" in den sternenfunkelnden zakynthischen Nachthimmel ab. Dass es als Zugabe noch "Live is Life" live in der Logos gab,  war da selbstverständlich und ging in die Annalen unseres sommerlichen " Wohnzimmers" ein. Logos-Bar Chef Kostas war umso beglückter, als danach noch bis in die frühen Morgenstunden bei einer "80ies-Party abgetanzt wurde.

Am Samstag zog der OPUS-Tross dann in das Amphitheater der Statt ein, wo bei freiem Eintritt rund 2000 begeisterte Besucher, darunter auch viele auf Zakynthos weilende Touristen,  ein mitreißendes und stimmungsvolles Konzert erlebten. Als Gäste standen neben OPUS auch die erstklassigen österreichischen Musiker Paul Pfleger und Michael Vatter auf der Bühne. Besondere Begeisterung löste beim griechischen Publikum die griechische Version von Live is Life" aus, die von Pavlos Linardos gesungen wurde. Eine eindrucksvolle Darbietung österreichischer Spitzenkünstler und ein Streifzug durch jahrzehntelanges musikalisches Wirken des OPUS-Pocus-Circus.

Gestern wurde der Besuch der steirischen Band noch durch eine elegant-stimmungsvolle After-Show-Party für 80 geladene Gäste auf dem Gelände des "House Marathia" unseres Freundes Stefan Hammer (Initiator und Hauptorganisator des Konzertes sowie Standortgeber der SOAK-Webcam mit Blick auf die Trauminsel Marathonisi) abgerundet, wo ebenfalls noch umfangreich unter dem 
Sternenhimmel musiziert wurde. IT WAS A GREAT PLEASURE TO HAVE YOU HERE ON THE ISLAND - KEEP ON ROCKING!

Donnerstag, 26. Juli 2012

OPUS auf Zakynthos eingetroffen

Opus, eine der bekanntesten österreichischen Pop/Rockbands sind auf Zakynthos eingetroffen, wo sie am kommenden Samstag im großen Amphitheater der Stadt ein Open-Air-Konzert geben werden. Überall auf der Insel sind Ankündigungsplakate dieses Events zu sehen und die lokalen Radiostationen spielen regelmäßig die weltbekannten Hits der Gruppe. In besonders guter (Sing-)laune und Form zeigte sich gestern in ganz kleinem Rahmen Opus-Voice Herwig Rüdesser, für viele einer der besten Rockleadsänger weltweit. Der Song "Live is Life" hat die Band vor über zwei Jahrzehnten weltberühmt gemacht und sie zu Konzerten über den ganzen Globus geführt. Aufgrund ihrer musikalischen Qualität sind die Männer rund um Opus-Chef Ewald Pfleger nach wie vor äußerst gefragt und bestreiten dieses Jahr beispielsweise eine gemeinsame Tournee mit der englischen Rocklegende "Status Quo". Für da Konzert auf Zakynthos verzichtet die Band auf eine Gage, nicht zuletzt deshalb, da Ewald Pfleger seit vielen Jahren Urlaub auf der Insel macht und die Band in der aktuellen Situation des Landes "good vibes" an die Menschen auf Zante senden will. Dank der großartigen Organisation unseres Freundes und Webcam-Betreibers Stefan Hammer und zahlreicher Sponsoren vor Ort, darunter natürlich auch die SOAK, konnten die Rahmenbedingungen für dieses Großereignis in einem exzellenten Teamwork zur Zufriedenheit aller gestaltet werden. Der Eintritt zum Konzert ist gratis, weshalb auch bis zu 3.000 griechische Besucher/innen erwartet werden, die zudem der sehr gelungenen offiziellen griechischen Live-Version von "Live is Life" des zakynthischen Sängers Pavlos Linardos mit großer Freude entgegensehen. Ein ganz spezielles Erlebnis wird jedoch der morgige Auftritt der Band in der Logos-Bar von Vasilikos anläßlich des 20-jährigen SOAK-Jubiläums sein. Die Logos wird schon wie lange nicht mehr aus allen Nähten platzen, wenn die Band - mit voller Backline ausgestattet - speziell für die SOAKies Gas gibt. Alles in allem eine großartige Werbung für Österreich und seine Musikkultur, ein starkes Zeichen der Verbundenheit mit Zakynthos (kein anderes Land setzt hier so viele positive Impulse wie ambitionierte Österreicher) und ein mit Sicherheit rockiges Wochenende, von dem auf der Insel noch lange gesprochen wird!

Montag, 16. Juli 2012

Neue Tunes und heiße Nächte in der Logos-Bar

Die Hitze liegt über der Insel. Doch obwohl 38 Grad im Schatten nicht eben ein Honiglecken sind, dreht sich das SOAK-Kurskarussell ungetrübt weiter. Immerhin zieht stets eine leichte Meeresbrise durch die Föhren- und Olivenhaine und sorgt für angenehme Kühlung. Sei's drum, hier ist wenigstens jeden Tag Sommer und das Nähe Meer bietet jederzeit greifbare Erfrischung. Dass auch die Nächte in Vasilikos heiß bleiben, dafür sorgt nun auch wieder die legendäre Logos-Bar. Costas, deren Chef, der heuer sein 30-jähriges Jubiläum feiert, hat seine Location nunmehr bis Ende August einem neuen Clubbing-Veranstalter übergeben, der mit heißem Cuba-Latin-Sound, kubanischen Barkeepern und attraktiven Tänzer/inne/n zunächst mal attraktive Abwechslung verspricht. Mal sehen, wie die neue Linie ankommt und ob von ihr auch junges Publikum aus der nahen Stadt angezogen wird. Bei der gestrigen Premiere war dies leider noch nicht der Fall, aber Neuigkeiten müssen sich auch erst mal herumsprechen. Die SOAKies hatten einen vergnüglichen Abend, bei dem es auch nicht an qualitativer Live-Musik einer erstklassigen zakynthischen Band fehlte. Am 27. Juli wird in der Logos jedenfalls OPUS ihren Welthit "Live is Life" live spielen, bevor sie am darauf folgenden Tag 3.000 Menschen in das große Amphitheater der Stadt locken werden. Eine Fülle heißer Nächte auf der Insel sind also garantiert.

Samstag, 14. Juli 2012

Walzerklänge in Zakynthos

Man nehme eine wunderschöne, sternenklare Nacht, einen herrlichen Ausblick auf die Stadt Zakynthos und deren Hafen sowie sanftes Zikadengemurmel - und fertig sind die Zutaten für einen wunderschönen Konzertabend im großen Amphitheater von Zakynthos. Das Besondere am gestrigen Abend war aber, dass ein fünfzigköpfiges Jugendorchester der Musikschule aus Hohenems (Vorarlberg)in Zante gastierte und unsere Ohren mit bekannten Walzerklängen, aber auch Tangostücken von Astor Piazolla und Melodien von Mikis Theodorakis verwöhnte. Besondere Begeisterung beim zakynthischen Publikum löste eine Hymne an den auf der Insel sehr verehrten Dichter Andreas Calvos aus. Als das Konzert - ähnlich wie das berühmte Neujahrskonzert - mit dem Radetzkymarsch endete, kannte die Begeisterung keine Grenzen und brachte den sehr jungen Künstler/inne/n standing ovations. Diese wurden hingegen nicht dem ebenfalls anwesenden Bürgermeister zu Teil, der sich (zu Recht) von einigen Konzertbesuchern lautstarke Missfallenskundgebungen für die überaus kurzfristige Konzertankündigung gefallen lassen mußte. Erst zwei Tage zuvor war nämlich erst das sommerliche Veranstaltungsprogramm aufgelegt worden - na ja Greek system eben - das wunderbare Jugendorchester hätte sich sicherlich ein größeres Publikum verdient. Wir werden sehen, ob das beim OPUS-Konzert am 28.7. besser funktioniert. Aber da organisiert die SOAK ja auch ein bißchen mit.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Die internationale Olivenöl-Pantscherei und Frauen-Power aus Kiliomeno

Zakynthos ist eine Insel, die neben dem Tourismus vorallem von der Landwirtschaft lebt. Die fruchtbare Erde, das milde Klima und ausgiebige Regenfälle in den Wintermonaten lassen so ziemlich alles Pflanzliche gedeihen. Unvorstellbare 1,8 Millionen Olivenbäume liefern beispielsweise mit ihren überwiegend Koroneiki-Oliven den Rohstoff für eine der besten Olivenölqualitäten weltweit. Bloß ist zakynthisches Olivenöl in keinem österreichischen Supermarktregal zu finden. Weshalb? Weil der Löwenanteil der hochwertigen Produktion für lächerlich wenig Geld vorwiegend Großabnehmer in Italien findet, die dieses kostbare, in wunderschönen Grüngold-Tönen schimmernde und fantastisch schmeckende Naturprodukt zum Gewinn bringenden Verschneiden mit minderwertigen Ölen benötigen. Richtig gehört? Leider ja - und das funktioniert so: Nach dem zentrifugalen Pressen des zuvor gemahlenen und gekneteten Olivenbreis verbleibt ein Presskuchen, der noch immer 3-6% Ölanteil enthält. Dieser kann jedoch nur mehr mit chemischen Lösungsmitteln und komplizierten Filtermethoden gewonnen werden. Das derart entstehende Raffinat ist geruch- und farblos und dürfte als sogenanntes "Lampantöl" nicht in Verkehr gebracht werden. Außer wenn es zumindest mit 15% hochwertigem Öl als Farb- Geruchs- und Geschmacksträger verschnitten wird. Und voilá! Fertig ist das "Italienische Olivenöl", dass uns Konsumenten sodann preisgünstig um € 2,90 die Flasche zum Kauf angeboten wird. Reiner Konsumentenbetrug, aber mit EU-Normen, die von der Nahrungsmittelindustrie diktiert werden, abgesichert. Es sollte daher nie ein lediglich als nur "Olivenöl" gekennzeichnetes Produkt gekauft werden, da es sich dabei fast immer um Verschnitte mit Rückstandsöl oder Haselnussöl und dgl. handelt. Für bessere Qualität und Zuverlässigkeit sorgt hingegen der Zusatz "Extra Vergine" (der nur bei Reinheit verwendet werden darf, aber auch Vermischungen mit verschiedenen Olivenölen unterschiedlicher Qualität ermöglicht) und noch besser eine ausdrücklich angegebene Herkunft. Derartige hochwertige Öle sind normalerweise in Supermärkten kaum unter € 14.- pro Liter (!) zu erhalten. Der zakynthische Olivenölbauer sah heuer davon nur € 1,80.- pro Liter sowie eine EU-Stützung von € 1.- pro Liter. So schaut's aus. Alleine die Produktionskosten von hochwertigem Öl betragen zwischen € 6.- bis € 8.-. Dem Bauer bleibt daher nur die Wahl, entweder Ölsklave für Großkonzerne, die den Markt fest im Griff haben, zu sein oder den Weg des schwierigen Direktmarketings zu gehen, für das aber unvorstellbare und kostspielige bürokratische Hürden zu durchlaufen sind. In dem kleinen zakynthischen Bergdorf Kiliomeno, das für seine hervorragenden Produkte Insel weit bekannt ist, will eine Gruppe von engagierten Frauen nicht mehr bei diesem bösen Spiel mitmachen. Sie haben sich in einer Kooperative zusammengeschlossen, die mittlerweile mehr als 40 köstliche Produkte aus der hervorragendenm - zumeist biologischen - Landwirtschaft produziert und in liebevoller Aufmachung direkt vermarktet. Von köstlichen Kräutern, Tees, Salben, Rosinen, Brot, Süßspeisen, Meersalz, Weinen, Likören, Seifen, diversen Käsen, Marmeladen, kandierten Früchten bis hin zum - "Extra Vergine Olivenöl", von dem die Konsumenten genau wissen, aus welcher Region und von welchen Bäumen die Oliven gewonnen werden. Auch in Vasilikos hat sich der Jungunternehmer und Spross eines alten Adelgeschlechts, Dionisis Logothetis erfolgreich auf den Weg zur biologischen Olivenölproduktion gemacht. Erst wenn man/frau die originalen Öle der Insel verkostet hat, ist erkennbar, welche himmelhohen Qualitätsunterschiede bestehen, die auch einen höheren Preis mehr als rechtfertigen. Einige dieser Öle werden mittlerweile schon online und bequem via Internet bestellbar angeboten. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der vollste Unterstützung - die man zudem auch noch herrlich genießen kann - verdient. Kali orexi mit zakynthischen Produkten.

Montag, 2. Juli 2012

Montmatre-Stimmung in Vasilikos


Wer kennt es nicht, das entzückende alte Pariser Künstlerviertel mit seinen kleinen Cafés und Nachtlokalen, wo sich einst Maler, Literaten, Musiker und Philosophen aus aller Welt die Nächte um die Ohren schlugen. Dieses kosmopolitische, künstlerische Flair war auch am Freitag in Yannis Coffehouse, dem abendlichen "Wohnzimmer" der SOAK-Community zu spüren, als sich dort vier wunderbare Künstler zu einem spontanen Konzert zusammen fanden. Als Valerie, die in Frankreich und Österreich lebende bekannte Sängerin und Chansonette mit der französischen Version von "Besame mucho" den Abend eröffnete, wurde es augenblicklich mucksmäuschenstill. Denn solche feine Tunes laden einfach zum puren Musikgenuss ein. Noch dazu, wenn die Begleitung auf zwei Gitarren - die eine linkshändig, die andere rechtshändig bespielt - derartig hochwertig war. Die Saiten wurden nämlich virtuos von Lukas Hillebrand - Sänger ("Tyler"), Composer & erfolgreicher Musikproduzent - und seinem auf Urlaub in Vasilikos weilenden Freund Severin Trogbacher - u.a. "Leibgitarrist" des legendären Hubert von Goisern - gezupft. Zu diesem Trio gesellten sich dann noch der jamaikanische Tänzer und Musicaldarsteller Blair Darby mit Rolling Stones, Pink Floyd und Rocky Horror Picture Show - Songs. Auch unsere Fotografin Petra Benovsky ließ mit erstaunlichen Gesangskünsten aufhorchen und Maler Christian Eckler sorgte mit einem umgedrehten Kochtopf für dezente perkussive Untermalung. Van Gogh, Picasso, Lautrec, Sartre & Woody Allen hätten jedenfalls ihre Freude an diesem musikalischen Ohrenschmaus gehabt, insbesondere als Valerie "La Vie En Rose", eines der berühmtesten Chansons der unsterblichen Edith Piaf, interpretierte. Gleich, ob sich derart Schönes und Stimmungsvolles in einem Cáfe hoch über den Dächern von Paris oder in einem Cafenion in Vasilikos ereignet. Es zählt lediglich der Augenblicks und den genossen die Sommerakademiker/innen und viele andere Gäste in vollen Zügen - Merci beaucoup á toutes les artistes - c'etait vraiement magnifique!!!!! Se efxaristoume para poli!

Donnerstag, 28. Juni 2012

Natur pur

Darf's ein bisserl Mönchspfeffer vom "Keuschen Lamm-Strauch" sein? Oder vielleicht eine bekömmliche Mischung aus wildem Thymian, Bergsalbei und sideritis syriaca (syrisches Gliedkraut) für alle Bronco-Saurier? Uwe Passauer ist in seinem Element. Und der Tisch vor ihm mit pflanzlichen Anschauungsmaterial voll belegt. Wenn man Jahrzehnte Sammlungsleiter im Naturhistorischen Museum Wien war und einer der Pilzpäbste des Landes ist, gibt es Einiges zu erzählen. Gewürzt mit wunderbaren Geschichten aus der griechischen Antike und einer feinen Prise Humor. Schon mal was vom Asphodelus gehört? Schon Homer erzählte von Wiesen mit hohen, weißgrauen Halmen, die im Sommer wie abgedörrtes Getreide aussehen. Für den alten Erzähler waren dies die aus dem Hades zurück gekehrten griechischen Recken des Trojanischen Krieges. Die zur Familie der Grasbaumgewächse zählende Pflanze geht im Sommer in Schonbetrieb und entwickelt erst wieder im Herbst wunderschöne weiße Blüten. Neben allerlei lieblichen Gewächsen hält die Natur auf Zante aber auch Allerlei auf Lager, dem man/frau sich mit Respekt nähern sollte. Etwa die riesengroße rote Meerzwiebel (urginea maritima), die in der Antike sowohl als beliebtes Heilmittel und Schutzpflanze neben der Haustüre aber auch als hocheffektives Rattengift verwendet wurde. Ihr Saft ist ziemlich ätzend, was selbst der erfahrene Biologe Uwe unvermittelt zu spüren bekam, als er eine kleinere Zwiebel zu Demonstrationszwecken von der größeren Mutterzwiebel löste. Autsch! Also bitte nur mit Handschutz angreifen! So hingen wir Amateur-Biologen heute denn zwei Stunden lang an Uwe's Lippen, schnupperten uns an Jasmin und Zitronenblättern die zarten Nasen wund und können schon kaum unsere morgige erste kleine Exkursion erwarten. Und die Taschenlupe mit der Zehnfachvergrößerung steckt schon in meiner Hosentasche, um die "Fior di Levante" ausgiebigst zu bestimmen.

Dienstag, 19. Juni 2012

Griechenland nach der Wahl

So, noch ein abschließendes Posting zum Thema der griechischen Wahlen. Diese haben zumindest die Möglichkeit eröffnet, eine Zweiparteienkoalition mit bequemer absoluter Mandatsmehrheit zu bilden und damit das Land wieder handlungsfähig zu machen. Dass paradoxer Weise genau jene politischen Kräfte mit der Sanierung beauftragt werden (Nea Demokratie und PASOK), die das Land über Jahrzehnte in diese missliche Situation geführt haben, ist unerfreulich. In der Privatwirtschaft wäre so etwas undenkbar. Kein Unternehmenseigentümer würde ein Management, welches seine Firma in die Insolvenz geführt hat, mit der Sanierung derselben beauftragen. In der Politik scheint leider alles möglich zu sein. Wir werden im großen Amphitheater der Geschichte mitverfolgen, wie sich die griechische Tragödie weiter entwickelt.

Für Zakynthos haben die sonntäglichen Wahlen jedenfalls doch eine aus meiner Sicht erfreuliche Neuerung gebracht. Siegte bei den Wahlen im Mai noch die Nea Demokratia mit ihrem Spitzenkandidaten, dem alten Nomarchen ("Insellandeshauptmann") Gasparos, so konnte nun das aufstrebende Linksbündnis SYRIZA den Erfolg davontragen und wird einer ihrer Abgeordneten nun die Interessen von Zakynthos im griechischen Parlament vertreten. Begrüßenswert ist diese Entwicklung deswegen, da Gasparos in seiner 12-jährigen Amtszeit als Inseloberhaupt (nunmehr ist seit Abschaffung der Normarchien in Griechenland der Bürgermeister von Zakynthos-Stadt auch Inselchef) nicht nur kaum etwas voran gebracht sondern auch in eine Fülle von Skandalen involviert war. Diese alte Politdinosaurierkaste ist - zumindest für Zakynthos - nunmehr endgültig weg vom Fenster. Welchen Weg die neuen politischen Kräfte gehen und ob sie zu einer Erneuerung der alten Parteien beitragen werden, bleibt abzuwarten.

In der SOAK herrscht abseits dieser turbulenten Ereignisse Normalbetrieb im Idealzustand. Alle Kurse laufen hervorragend und die Teilnehmer/innen sind glücklich, ihren Urlaub in diesem idyllischen Winkel verbringen zu können. Ab morgen stehen großartige neue Aktivitäten auf dem Programm. Bodypainting-Weltmeisterin Birgit Linke wird mit ihrer Gruppe ab morgen faszinierende menschliche Kunstwerke erschaffen, die sicher umgehend von der Foto-Gruppe rund um Top-Fotografin Petra Benovsky in spektakulären Bildern festgehalten werden. Der Biologe und Griechenland-Kenner Uwe Passauer wird mit seinen Teilnehmer/innen durch die griechische Landschaft ziehen und ihnen pure Lust auf die Natur in all ihrer Vielfalt machen. Dass danach ein Festmahl mit frischen wilden Kräutern und sonstigem Sammlungsallerlei kreiert und gemeinsam verzehrt wird, darf angenommen werden. Schließlich werden die Spitzenmusiker Valerie & Lukas Hillebrand nicht nur für eine Fülle von Inspirationen für neue Songs liefern sondern sicherlich auch für das eine oder andere spontane Konzert im Coffee-House, der Logos-Bar oder im Altius-Club einchecken.

Und nicht vergessen: bereits am 26. Juni erscheint im PROFIL-Extra eine umfangreiche Story über die SOAK und ihr Umfeld!

Samstag, 16. Juni 2012

Fremde Freunde

Ein lesenswertes Interview von orf.at mit dem in Wien lehrenden, griechisch-stämmigen Südosteuropa-Experten Adamantios Skordos und zugleich ein Beitrag zum besseren Verständnis der Ist-Situation:


Fremde Freunde

Wenn Griechenland am Sonntag erneut an die Urnen schreitet, dann sieht sich Europa mit neuen stärker werdenden griechischen Parteien konfrontiert, deren Handlungen schwer abschätzbar sind. Doch nicht nur die griechische Politik, auch die Haltungen der griechischen Öffentlichkeit, etwa die Vehemenz, mit der man in Griechenland immer noch das Thema Makedonien zu debattieren vermag, befremden Europa.
Der in Österreich geborene und seit kurzem an der Universität Wien lehrende Südosteuropa-Experte Adamantios Skordos setzt sich seit längerem mit den kollektiven Vorstellungen seiner Heimat auseinander und hat erst vor kurzem ein viel beachtetes Buch zur Makedonien-Frage vorgelegt. Skordos zeigt dabei auch, wie politische Haltungen der Gegenwart auf einer sehr langen politischen Tradition und einem sehr lange entwickelten Freund-Feind-Schema entspringen.

Kaum Appelle an die Eigenverantwortung

Entsprechende Muster sieht er auch in der momentanen Wirtschaftskrise am Wirken, wie wohl diese Krise, wie er im Interview mit ORF.at erläutert, für ihn mehr noch als ein wirtschaftliches Problem ein politisches, gesellschaftliches und soziales Problem ist, bei dem gerade auch die griechischen Medien mit ihrem Hang zum Populismus eine alles andere als vorteilhafte Rolle spielten. Die griechischen Medien, so Skordos, würden selten an die Verantwortung des Einzelnen erinnern.
In Griechenland, so Skordos, habe in den letzten Jahrzehnten ein Egoismus stark Platz gegriffen. „Der Prozess, dass man sein persönliches Wohl mit dem der Allgemeinheit in Verbindung brachte, hat tatsächlich gefehlt. Es gibt ein interessantes Phänomen hinter dem griechischen Patriotismus: Man liebt die Nation, aber hasst den Staat.“ Aus dieser Einstellung heraus habe man auch das Zahlen von Steuern als keine gute Investition verstanden.
Adamantios Skordos Im Interview mit ORF.at-Chefredakteur Gerald HeideggerORF.at/Carina Kainz„Es gibt ein interessantes Phänomen hinter dem griechischen Patriotismus: Man liebt die Nation, aber hasst den Staat.“

Angespannte Drähte: Griechenland und Europa

Dass Griechenland und Europa derzeit einen alles andere als guten Gesprächs- und Verständnisdraht haben, hat für Skordos eine Reihe von Gründen. „Die deutsche Art der Argumentation mit dem erhobenen Zeigefinger“ komme im Moment in Griechenland nicht gut an, weil sich die Griechen immer auch an die Vergangenheit erinnert fühlten. Aus der Krise werde man nur kommen, wenn man Griechenland auch Zeit gebe, entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Einen Knackpunkt für die Entfremdung von Griechenland und Europa sieht Skordos in den Ereignissen nach 1989 begründet.
„Griechenland hatte damals extreme Schwierigkeiten, sich neu zu positionieren. Während sich die Ereignisse rapide entwickelten, hatte Griechenland Probleme, sich wiederzufinden“, erläutert Skordos. Das gelte gerade auch für das Verhältnis von Griechenland und der EU: „Früher war man eine Hochburg des Westens in einem kommunistischen Südosteuropa. Man musste feststellen, dass man nicht mehr das einzige Liebkind der Amerikaner in der Region war und verstand die EU nicht mehr, weil sich ein Gros der EU für die Desintegration Jugoslawiens einsetzte.“
Die EU habe Griechenland in dieser Zeit nicht verstanden, etwa wegen der Makedonien-Frage. Und man habe auch nicht nachvollziehen können, warum man immer wieder bei Entscheidungen von Griechenland erpresst wurde: „Die EU war von Griechenland überfordert, so wie man in der EU heute mit Griechenland und der griechischen Elite überfordert ist.“

Gefühlte Fremdbestimmung

In griechische Haltungen der Gegenwart spielt aber auch immer wieder das Moment gefühlter Fremdbestimmung hinein, für das es für den Historiker auch eine längere Traditionslinie gibt. Die erste Intervention von außen aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten hat das unabhängige Griechenland 1832 kennengelernt, als ein Kredit der europäischen Mächte nur in Verbindung mit der Errichtung eines Königtums unter einem bayrischen Wittelsbacher Prinzen zu erhalten war.
„Fremdbestimmung war immer ein Thema, sowohl im 19. als auch im 20. Jahrhundert“, so Skordos, der daran erinnert, dass die ersten Parteien, die in Griechenland gegründet wurden, „ja die englische, die französische oder die russische Partei“ heißen, „weil man nach außen hin ausgerichtet war und dachte, man müsse unter dem Schutz einer dieser Nationen stehen“.
„Die Entscheidung, einen Prinzen aus Bayern als König zu ernennen, war ja eine Kompromisslösung der Schutzmächte, die ja eine wichtige Rolle bei der sogenannten Befreiung der Griechen hatten. Das ist die erste Phase der Fremdbestimmung in Griechenland. Fremdbestimmung als Trauma ist aber sehr eng mit den Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Bürgerkrieg danach verbunden“, so der Historiker, der auch im Anti-Amerikanismus nach 1950 im linken Lager eine fortgesetzte Tradition des Fremdbestimmungsdenkens sieht.
Letztlich würden in Griechenland immer wieder die Medien genau dieses Muster bedienen und die eigene Verantwortung auf äußere Faktoren projizieren.

Neue Parteien und alte Eigenschaften

Populistische Phänomene wie SYRIZA sieht der Historiker als neuen Wein in alten Schläuchen: „Alexis Tsipras erinnert sehr an Andreas Papandreou in den 1980er Jahren, der auch allen alles versprochen hatte. Er gibt im Moment keinerlei plausible Antworten zu den Problemen. Es ist kein Zufall, dass sich viele PASOK-Anhänger in SYRIZA wiederfinden.“
Das Verhältnis des Griechen zu seiner Partei beschreibt Skordos als eines, in dem vor allem persönliche Eigeninteressen, egal in welchem politischen Lager man sich gerne sah, die entscheiden Rolle spielten: „Ab dem Moment, wo eine Partei nicht mehr dieses Wunschdenken der Bevölkerung bedienen konnte, kann man feststellen, wie rasch eine große zu einer kleinen Partei werden kann.“ Und Parteien wie die sozialistische PASOK hätten mit „Ernüchterung“ feststellen müssen, wie wenig die Wähler in Griechenland ideologisch gebunden waren.

Der erhobene Zeigefinger hilft nicht

Im Verhältnis von Europa und Griechenland sieht Skordos momentan kein Land als besonders privilegierten Partner, um gegenseitige Missverständnisse leichter auszuräumen. Allerdings, so der Historiker: „Die Maßnahmen, die von Griechenland verlangt werden, brauchen vor allem Zeit. Und das wird im Moment viel zu wenig gesehen.“ Der erhobene Zeigefinger von außen helfe im Moment am allerwenigsten, so der Befund des in Wien lehrenden Griechen.

Freitag, 15. Juni 2012

Griechenland vor der Wahl

Alle Griech/inn/en (und wohl auch der Rest Europas) blicken gespannt auf den kommenden Sonntag, an dem die neuerlichen Parlamentswahlen stattfinden. Hoffentlich bringen sie dem arg gebeutelten Hellas und seinen Menschen eine einigermaßen stabile Regierung, welche die (in allen Bereichen) dringend erforderliche Konsolidierung des Landes vorantreiben kann.


Ich möchte euch einen Beitrag, der unlängst von einer langjährigen Zakynthos-Kennerin im SOAK-Forum gepostet wurde und der die Situation im Mikrokosmos Zakynthos sehr ausgewogen und ehrlich beschreibt, nicht vorenthalten. Sabine ist auf der anderen Seite des Golfes von Laganas, in Keri, zu Hause. Hier ihre Sicht der Dinge:


"Also die allgemeine Stimmung in der Bevölkerung ist zurückhaltend, frustriert, vor allem dass die Schuldigen an der Krise nicht zur Verantwortung gezogen wurden. Es wird ausgeharrt, Teile der Bevölkerung wissen vor der Wahl nicht, wem sie noch vertrauen sollen, wem sie glauben sollen. 

Allgemein auf Zakynthos ist uns sofort aufgefallen, dass es viel sauberer - auch am Rand der Straßen - geworden ist, sowie es auch Wolfgang Löhnert im ORF in der Fernsehdebatte „Im Zentrum“ vor. ca. 4 Wochen berichtet hatte. Dieses gilt aber nicht nur für die Straßen Richtung Jerakas, sondern auch in den Orten Limni Keriou bzw. Laganas. Auch wurden die Strände gesäubert bzw. mittlerweile in der Früh der Mist vom Strand aufgesammelt. Was uns nur etwas verwunderte, wir besuchten auch die Bucht von Daphni, plauderten mit den uns bekannten Einheimischen bzw. Tavernenbesitzern: diese ärgerten sich eigentlich über „diese unnötige Geldverschwendung“, dass jetzt sozusagen einmal am Tag auf den Straßen ein Putztrupp durchgeht, wo doch Griechenland eh kein Geld hat. Es ist offensichtlich noch nicht ganz durchgedrungen, dass sich Touristen erfreuen, wenn kein Mist herumliegt. Ein Fortschritt auf jeden Fall von dem zuständigen Politiker. Ebenfalls in Zakynthos Stadt beobachteten wir einige Putztrupps die untertags auf den Haupteinkaufstraßen und am Markusplatz durchgingen. Ein weiteres Beispiel für eine positive Veränderung am Flughafen, er wirkte nicht nur sauberer, auch die Durchführung von Landungen und Starts, das Ein- und Aussteigen, der Bustransfer vom Flugfeld zum Gebäude, verlief sehr reibungslos und flott. Eine ungewöhnliche Erkenntnis, welches mir die letzten Jahre noch nicht aufgefallen ist. 

Grundsätzlich wurde auf Zakynthos auch vor einem Jahr eine Grundstücksregistrierung per Flugzeug aus, durchgeführt, welche alle Grundstücke, Häuser, Pools, usw. erfasste. Natürlich muss jeder jetzt etwas mehr zahlen, aber auch die Großbesitzer die ein 50 m² Haus angegeben haben, allerdings in Wahrheit ein großes Hotel mit unzähligen Zimmer und Pool betreiben. Unsere griechischen Freunde sehen das eigentlich recht positiv, dass jetzt nach dieser Neuvermessung „alle“ zahlen müssen und nicht nur wieder die „kleinen“ Leute. An sonst herrscht bittere Arbeitslosigkeit auf der Insel. Unsere griechischen Freunde, egal ob von unserem Bergdorf Keri oder auch von Katastari hoffen natürlich, dass auch ihre Jugend, aber auch die altersmäßige Mittelklasse zwischen 40 und 50 Jahren einen Job bekommt. Als Beispiel versucht unsere Freundin aus der Gegend Katastari einen Job im Tourismusbereich (Service, Küche…) oder sonst etwas zu bekommen. Leider wurde sie bis jetzt nicht genommen, da Albaner, Rumänen, Bulgaren (die alle samt eine gültige Arbeitsgenehmigung vom Staat besitzen) günstiger zu haben sind. Allerdings sollte man schon auch zusätzlich erwähnen, dass in guten Zeiten sich fast jeder griechische Tavernenbesitzer oder auch nur Zimmervermieter immer eine billige Arbeitskraft genommen hat, um lieber selber gemütlich zu sitzen oder mit den Gästen zu plaudern. Mittlerweile sind Albaner, Rumänen oder Bulgaren aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken, haben sich eingelebt und arbeiten und leisten vieles. 

Vor allem leben die Griechen vom Tourismus und es sollte die Jugend gefördert werden, um neuen Herausforderungen dieser Branche entgegentreten zu können. So wäre es sicher sehr zu begrüßen, wenn Tourismusschulen oder ähnliche Projekte auf Zakynthos oder anderen Insel geschaffen werden, wo der heutigen Jugend nicht nur Servieren, Kochen usw. beigebracht wird, sondern dazu auch noch die damit zusammenhängende Gebiete wie Betriebswirtschaft, Buchhaltung und vieles vieles mehr. Dazu vielleicht noch viele andere förderliche Aufgabenkreise und Konzepte (Mülltrennung und Verwertung usw.), die in den nächsten Jahrzehnten von Nutzen sein werden. 

Im Moment, kann man nicht sagen, dass es einen Tourismuseinbruch um 30 % gibt, wir sind alle Jahre um die gleiche Zeit in Limni und heuer war es zum ersten Mal, dass der Strand doch recht voll war. Allerdings waren auch viele russische und tschechische Gäste da. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob abends dann auch in den Tavernen essen gegangen wird. 
Die griechischen Tavernenbesitzer kommen auch wieder zu ihren alten Wurzeln zurück, man bekommt jetzt fast in jeder Taverne noch einen Ouzo, Wein oder Obst als Draufgabe dazu. 

Dieses kranke „korrupte“ System hat sich über Jahrzehnte aufgebaut und das Volk hat einen Weg gefunden mit diesem System zu leben. Über Jahrzehnte waren die verschiedensten Parteien auf Stimmenfang aus und stellten danach ihre stimmgetreuen „Mitarbeiter“ in allen nur denkbaren Funktionen ein. Auf jeden Fall, auch wenn es zum schlimmsten Szenario kommt, und Griechenland verliert den Euro, sind die Griechen es immer wert besucht zu werden. Das griechische Volk hat durchaus Mitschuld an ihrer Finanzkrise, aber leider wurden „die ca. 30 % Reichen“ nie wirklich zur Kassa gebeten. Allen anderen ist sehr wohl bewusst, dass sich was ändern muss – was bleibt ist zumindest die Hoffnung und die stirbt zuletzt. 

Griechenland - natürlich Zakynthos besonders - ist immer eine Reise wert, allein wegen der Gastfreundschaft, Geselligkeit, dem sauberen Meer und vielem, vielem mehr."

Liebe Grüße aus Wien und Jasas 
Sabine

Dienstag, 12. Juni 2012

Tödlicher Base-Jump in der Schmugglerwrack-Bucht

Offensichtlich von dem letztjährigen internationalen Basejumping-Event inspiriert, konnte heute ein 42-jähriger englischer Base-Jumper nicht dem "Kick" widerstehen, aus über 200m Höhe in die spektakuläre Schmugglerwrack-Bucht im Nordwesten der Insel zu springen. Der ohne jegliche Begleitung und Betreuung agierende Brite wählte dabei offensichtlich nicht den optimalen Sprungplatz. Er wurde vermutlich durch ungünstige Winde direkt auf die Steilwand geschleudert, wo sich sein Fallschirm verhedderte und ihn noch fast 3 Stunden lang lebend in der Wand hängen ließ. Leider stürzte der Mann dann noch vor dem Eintreffen von Rettungsmannschaften, die ihn mit dem auf Zakynthos vorhandenen Equipment gar nicht so einfach aus einer derartigen Situation hätten befreien können, ab und verstarb noch an der Unfallstellle. Besonders tragisch ist, dass seine ebenfalls auf Zakynthos weilende Lebensgefährtin hochschwanger ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen und sich auch die Inselverantwortlichen darüber Gedanken machen, wie sie die nunmehr in Basejumper-Kreisen sehr attraktive Location besser absichern.

Montag, 11. Juni 2012

Im Ouzo-Reich

Während heute Abend bereits die zweite SOAK-Vernissage im stimmungsvollen Ambiente des alten Bauernhofes über die Bühne geht, freut sich ein von allen geliebter Bewohner dieses heimeligen Platzes ganz besonders. Unser Grauohr (oder besser: Weißohr) Ouzo fühlt sich nunmehr in seinem luxuriösen Gehege wie neu geboren. Als ihn sein Ex-Herrchen Andreas vor drei Wochen wieder aus dem Winterquartier brachte, erschraken wir zunächst. Abgemagert bis auf die Knochen mit einer böse aussehenden Wunde am Nacken, sah uns Ouzo aus ganz traurigen Augen an und verweigerte nahezu jede Nahrungsaufnahme. Wir riefen sofort unsere Freundin Marion, eine österreichische Tierärztin, die auf Zakynthos Amtstierärztin ist, an und baten sie um einen raschen Besuch. Es schwante uns Schlimmes. Doch Marion hatte gleich die Ursache für Ouzo´s Unwohlsein gefunden. Altersbedingt hatte sich nämlich die Knochensubstanz seiner Backenzähne vermindert und diese zu spitzen Erhebungen gemacht, die beim Kauen die Zunge schmerzhaft traktierten. Daher fraß der Arme nur das Notwendigste. Mit einer martialisch anmutenden - einen halben Meter langen - Metallraspel beseitigte Marion jedoch rasch, sachkundig und für Ouzo vollkommen schmerzlos das Wurzel allen Übels. Und mit Wilhelm Busch kann man nun sagen: "Viele Tage war der Ouzo krank, jetzt frisst er wieder, Gott sei Dank!". Dann wurde sogleich ein weiteres Übel, nämlich die seit ewiger Zeit praktizierte Anbindung des Maultieres an einen Baum, beseitigt. Bledi und sein geschicktes Team fertigten rasch ein großes Geviert rund um einen Schatten spendenden Olivenbaum, wo sich Ouzo jetzt ohne Halfter bewegen kann, wie es ihm gefällt. Ein völlig neues Lebensgefühl, das zusätzlich Appetit anregend wirkt. Natürlich wird er nun auch wieder von seiner sommerakademischen Familie mit viel Gemüse und altem Brot aufgepäppelt und freut sich schon ganz besonders auf seine kleinen Freund/inn/e/n, die ihn schon in wenigen Wochen besuchen werden.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Von alten venezianischen Reiterspielen, eseliger Mundhygiene, Filmdrehs & glücklichen SOAKies

Von einem mehr als dichten Programm waren die vergangenen drei Tage auf der Insel ausgefüllt. Und damit sind nicht nur die derzeit laufenden 14 Kursaktivitäten gemeint. Eine gelungenere erste sommerakademische Woche hätten wir uns nicht wünschen kommen. Ob am alten Bauernhof, im Amphitheater mit Blick auf das türkisblaue Meer oder im nahe gelegenen Pavillon mit seinen bunten, sich im sanften Wind aufbauschenden bunten Vorhängen - es wurde gemalt, der Schreiblust gefrönt, Theater gespielt, unter dem Maulbeerbaum gesungen oder im goldenen Licht der untergehenden Sonne Hasaposervikos getanzt. Rundum angenehm große Gruppen mit interessierten und hoch kreativen TeilnehmerInnen. Kaum eine/r konnte sich der Faszination der arkadisch inspirierenden & naturbelassenen Landschaften entziehen. Diese strahlen durch den rückläufigen Tourismus in Griechenland eine noch intensivere Ruhe und unbeschreibliche Schönheit aus. Eine Teilnehmerin sagte mir: "Ich bin mir nicht sicher, ob ich zu Hause erzählen soll, wie schön es bei euch auf Zakynthos ist oder ob ich meine Freunde unter dem Vorwand der Krise davon abhalten soll, hier her zu kommen - denn eine so beseelende Atmosphäre und Ruhe, einen solchen Geheimtipp, möchte ich fast für mich behalten". Nun, wie immer man/frau dies sieht - die Menschen auf Zakynthos sind besonders in Zeiten wie diesen auf den Tourismus angewiesen. Die fruchtbare Erde und eine funktionierende Landwirtschaft werden sie zwar nie verhungern lassen, aber es wäre schade, falls es in Zukunft noch mehr an Mitteln fehlte, um die allgemeine Infrastruktur, die auch dem Tourismus dient, zu erhalten und sinnvoll auszubauen. Die Insel besinnt sich auch wieder auf ihre alten geschichtlichen Traditionen, insbesondere ihrer venezianischen Epoche. So wird nunmehr zwei Mal im Jahr neben einer großartigen venezianischen Faschingstradition die "Giostra", ein Reiter-Geschicklichkeitsspiel auf dem Solomos-Platz vor dem Byzantinischen Museum aufgeführt. Von Freitag bis Sonntag erlebte die Stadt ein buntes mittelalterliches Spektakel, zu dem auch Giostra-Teams aus Italien und Kroatien mit ihren Pferden anreisten, um sich mit den zakynthischen Reitern in der Geschicklichkeit, kleine Ringe in vollem Galopp mit einer Lanze von einem Galgen zu picken, zu messen. Das Programm wird immer umfangreicher und lockt dadurch auch viele Besucher aus dem nahen Peloponnes an. Ich habe kurzfristig überlegt, mit unserem Maultier Ouzo an der Giostra teilzunehmen, jedoch meinten meine Freunde, dass sich ein verbogener Rechen in Ermangelung einer Lanze doch nicht so gut machen und ich eher für einen schlechten Sancho Pansa - Verschnitt gehalten würde. Ouzo sieht derzeit zudem eher wie die klapprige Rosinante aus, da sich während des Winters seine Backenzähne altersbedingt zugespitzt und ihm derart das Fressen verleidet haben. Dieses Problem wurde aber nunmehr von einer auf Zakynthos lebenden österreichischen Tierärztin behoben. Seitdem frißt uns das Grauohr wieder arm. Ouzo und das sommerakademische Geschehen waren auch Motive für ein Filmteam von G.E.U.S. - TV, das derzeit im Auftrag von ORF 3 eine Zakynthos-Dokumentation dreht. Diese wird ab Anfang Juli - der genaue Termin wird noch mit Newsletter bekannt gegeben - mehrmals gesendet. Darin sind dann auch das Giostra-Spektakel und eindrucksvolle Bilder von der "Blume der Levante" mit ihren kreativen Gästen zu sehen.

Mittwoch, 30. Mai 2012

SOAK-Start bei strahlend blauem Himmel

Wie bei Zeus bestellt, verzogen sich heute morgen um sieben Uhr alle noch vereinzelt bestehenden Wolken, sodass sich die doppelte Bläue des Himmels und des Meeres in ihrer schönsten Form zur Begrüßung von fast 100 Sommerakademiker/innen präsentieren konnte. Statt dem Zirpen von Grillen wird Vasilikos derzeit von einem unbeschreiblich schönen Vogelstimmen-Gezwitscher erfüllt. Neben dem umfangreichen Kursprogramm nahmen unsere ersten Gäste mit Begeisterung eine Neuerung dieser Saison auf: ab morgen stehen für bewegungshungrige SOAKIes zehn funkelnagelneue Räder als ideale und umweltschonende Miet-Transportesel zur Verfügung. Auch die Organisation wurde mit zwei "Pedalectrics", die wohl ersten auf der Insel, ausgestattet. Ein zusätzlicher Schritt zum Ausbau einer ökologisch verträglichen und nachhaltigen touristischen Infrastruktur (made in Austria & implemented in Greece). Und wie sieht das Leben in Vasilikos sonst aus: alles wie gehabt und eine Gemütlichkeit wie im Bilderbuch. Gestern überraschte mich wieder einmal die Hilfsbereitschaft der hiesigen Menschen: als wir gestern Probleme hatten, einen Bunsenbrenner deutscher Fabrikation an eine in Griechenland übliche Gaskartusche anzuschließen und sich herausstellte, dass unterschiedliche Gewinde-Normgrößen dies verhindern, fanden sich sofort fünf sachkundige Vasilikioten bei Spiros im kleinen Dorfsupermarkt zusammen, um eifrig Lösungsmöglichkeiten zu diskutierten. Dann nahm Yannis das Teil und sagte: "Trust me, I bring this part to Akis - a friend of mine - in town. He will fix it and I return it to you in the afternoon". Wo findet man noch so eine spontane, herzliche Reaktion und Unterstützung in unseren Breiten? Ein anderer Freund, Nikos, zeigte mir gestern ganz stolz den vor dem Kursleiterhaus neu angelegten Gemüsegarten. Süße Zwiebeln (eine zakynthische Spezialität), Kartoffeln und Erbsen gedeihen herrlich in der fruchtbaren Erde und werden schon bald auf dem Tisch landen. Selbstverständlich bekommen wir dann auch etwas von diesen vor unserer Türe liebevoll und biologisch angebauten Köstlichkeiten. Wozu Gemüse aus der ganzen Welt importieren, wo wir doch alles hier anbauen können, sagen sich immer mehr der hier lebenden Menschen und vor allem die jüngere Generation entdeckt wieder den Wert der eigenen Landwirtschaft und ist froh, dass sie noch auf das Know-How ihrer Eltern und Großeltern zurück greifen kann. So ist auch ein gutes Leben in krisenhaften Zeiten möglich. Auch zwei Kühe weiden wieder in Vasilikos, in unmittelbarer Nähe der Villa Artina. Sie gehören Stelios, der in Mela-Beach eine legendäre Taverne führt und dessen Familie seit über 300 Jahren auf der Landzunge von Vasilikos Landwirtschaft betreibt. Heute mittags bin ich bei Nikos zu Afgolemono, einer herrlichen zakynthischen Suppenspezialität mit Eiklarschaum, Dotter und Zitronensaft eingeladen. Also bis demnächst und polla xairetismata aus dem Paradies!

Dienstag, 29. Mai 2012

NÄCHTLICHE GRILLPARTIES UND ZAKYNTHISCHE SCHILDBÜRGERSTREICHE Noch bevor die SOAK heute in ihre 20ste Saison startet, ist ganz Vasilikos bereits wach gerüttelt. Und das lag an der SOAK-Vorhut in Form der Trommel-Workshopgruppe von Gerhard Kero. Aber die Griechen nahmen die täglichen Trommeleien gelassen und freuten sich, dass wieder buntgetupftes Leben in ihren Alltag einkehrte. Und da sich die Geselligkeit nicht nur auf das perkussive come-together reduziert, wurde gestern Abend eine Grillparty am Bauernhof ausgerufen. Kiloweise wurden Lammkoteletts, Hühnerflügel, Würstchen und jede Menge Beilagen herbeigeschafft und Nikos Grill angeworfen. Wie angenehm, dass ein uruguayischer Grillmeister namens Omar sogleich seine Künste anbot und die köstlichen Zutaten alsbald in knusprigbraune Köstlichkeiten verwandelte. Nach dem gelungenen Mahl wurden Gitarre, Mundharmonika & alle möglichen Trommeln gezückt und bis früh in den Morgen musiziert. Die Vasilikioten bewiesen wieder einmal, dass sie über einen überaus gesegneten Schlaf verfügen, denn kein aus seinen süßen Träumen geweckter Mitbürger erschien am Ort der Feierlichkeiten, um sich ob des Festes zu beklagen. Derweil ein beschwingtes Liedchen nach dem anderen erklang, feierten 60 km nordöstlich auf der Insel weniger erbauliche Gestalten in der dunklen Nacht eine andere Party. Anstatt Trommeln mit Flex-Maschinen ausgestattet, schnitten sie fein säuberlich die Aussichtsplattform beim Schmugglerschiff-Wrack ab und hinterließen nach dieser Aktion nur mehr das schwer zu entfernende Beton-Fundament der Konstruktion. Unfassbar, aber wahr! Was das Motiv dieser Schildbürgerei war, darüber rätselnd seitdem die zakynthischen Medien. Vielleicht schwelende Streitigkeiten zwischen den Grundstücksbesitzern oder Eifersüchteleien der Ausflugsbootbetreiber, die keine Konkurrenz auf dem Landweg wünschen. Wie auch immer. Das Wrack und einer der schönsten Ausblicke im Mittelmeerraum ist derzeit von oben nur nach einem eher mühsamen Fußweg zu betrachten. Wie ein Wink des Schicksals mutet es fast an, dass in dem 3-köpfigen österreichischem Expertenteam mit Werner Stark von "Pronatour" ein Spezialist vertreten ist, der bereits drei phantastische Aussichtsplattformen in mehreren Nationalparks realisiert hat. Und er wurde auch gleich von Bürgermeister und Inselhäuptling Stelios Bozikis gebeten, ein Konzept für eine zeitgemäße Besucherlösung für diese weltberühmte Naturattraktion auszuarbeiten. Vielleicht der Beginn einer noch intensiveren zakynthisch-österreichischen Freundschaft. Hoffentlich verdächtigt mich jetzt niemand, dass ich die alte Plattform entfernt habe!

Sonntag, 27. Mai 2012

ORGANISATION AUF GRIECHISCH Vergangenes Jahr hatte ich die Idee, den Inselverantwortlichen den Aufbau einer Tourismusschule mit österreichischem Know-How vorzuschlagen. Rund eine halbe Million Touristen kommen alljährlich nach Zakynthos und der Tourismus ist mit Abstand die Haupteinnahmenquelle des Eilands. Es besteht jedoch keine ernst zu nehmende Ausbildungseinrichtung für Zakynther, die in diesem so wichtigen Segment erfolgreich arbeiten wollen. Da Interesse an einer solchen Einrichtung und touristischem Know-How-Transfer allgemein bekundet wurde, organisierte die SOAK drei österreichische Spitzenexperten für eine Informationswochenende auf Zakynthos. Die Stadt Zakynthos sollte die Infrastruktur für diese Veranstaltung zur Verfügung stellen, Tourismusverantwortliche und Meinungsbildner einladen und diese Expertentage medial bewerben. Im Vorfeld klappte alles reibungslos - ola kala, tipota problema - mach' dir keine Sorgen, alles im Griff. Aber auf Griechisch - und das heißt: erst am letzten Tag & mit sanftem Hilfestellungsdruck. Als ich am Donnerstag die ersten Gespräche auf der Insel führe, gibt es nämlich noch keine verteilten Einladungen, keine Plakate und keine mediale Berichterstattung. Sigas, sigas, sagt mein Ansprechpartner, machen wir schon. Ein kleines improvisiertes Fernsehinterview gleich im Arbeitszimmer der Redakteurin, eine spontane Plakatdruckaktion in der Druckerei einer Tageszeitung und eine improvisierte Zettelverteilaktion, um doch noch Publikum zu aktivieren. Der Vortragssaal ist ein ansehnliches Auditorium für ca. 200 Personen - leider ohne Simultandolmetschanlage: die wurde angeblich einige Tage zuvor gestohlen. Wir kommen sicherheitshalber eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn und werden in unserer Vorahnung bestätigt: noch nichts ist vorbereitet. Also legen wir selbst Hand an und installieren ein ansprechendes Setting, drucken Namenskarten aus und kümmern uns um Licht und Ton. Die Gäste tröpfeln langsam ein und mit halbstündiger Verspätung erscheinen dann auch der Bürgermeister und andere Repräsentanten der Stadt. Vor ca. 50 Personen sprechen dann Dr. Florian Aubke von der MODUL-University Vienna über Kooperationsmöglichkeiten im touristischen Bildungsbereich, DI. Werner Stark von Pronatour Austria über die Entwicklung und Errichtung von touristischen Erlebnislandschaften und der Architekt Prof. Georg Reinberg über Planen und Bauen mit erneuerbaren Energiequellen im touristischen Bereich. Ich resümiere meine 20-jährige Erfahrung mit dem Tourismus auf Zakynthos und versuche, Impulse für eine nachhaltige und qualitative zukünftige Entwicklung des Tourismus auf dieser wunderschönen Insel zu geben. Mit zunehmender Dauer wächst das Interesse im Publikum. So eine dichte Veranstaltung mit derartig interessanten Inhalten habe es noch nie gegeben - viel zu spät sei dies von der Stadt über die Medien kommuniziert worden. Die Politiker seien eben mehr mit ihren Wahlkampfveranstaltungen beschäftigt, als sich um sinnvolle und für die Zukunft wichtige Projekte zu kümmern. Die Enttäuschung der Griechen über ihre politische Führung ist maßlos, es besteht keinerlei Vertrauensbasis. Für Veränderungen gibt es weder Geld noch Ideen und wer Geld und Ideen hat, geht nicht in die Politik sondern versucht lieber, seine eigenen Interessen zu wahren. Mir selbst wird während der Veranstaltung bewusst, dass lediglich mit dem erprobten Know-How dieser drei österreichischen Experten die Qualität des touristischen Angebotes auf Zakynthos zum Vorteil aller erheblich verbessert werden könnte. Aber werden dies die Verantwortlichen der Insel erkennen?
Die Meistersinger von Zante Nachdem ich gestern Abend um neun Uhr streichfähig ins Bettchen gefallen und erst heute um 10h früh von der Gassi bedürftigen Gina aus süßen Träumen geleckt wurde, komme ich erst jetzt dazu, die Geschehnisse der letzten Tage zu bloggen. Asche auf mein Haupt. Vorgestern abends hat sich die noch kleine SOAK-Vorhut, verstärkt durch Costas von der Logos-Bar, kurzerhand in die Stadt begeben, um in trauter Runde auf die 20-jährige Jubiläumssaison anzustoßen. Gelandet sind wir dann in der "Varkarola" von Costas Bruder Yannis, in welcher Taverne direkt an der Hafenstraße es nicht nur vorzügliche Küche sondern auch herrliche zakynthische Musik zu hören gibt. Yannis, der auch in Vasilikos das Lokal "Costas Brother" betreibt, verfügt über eine beeindruckende Naturstimme und auch seine beiden Söhne stehen ihm in keiner Weise nach. Serviert wurde uns ein herrlicher Fisch namens Galeos, garniert mit Mandolinen & Gitarrenmusik - nostimo ine! Als ich Yannis kurz darauf hinwies, dass wir mit Omar auch einen wunderbaren lateinamerikanischen Musiker in unseren Reihen hätten, wechselte flugs die Gitarre und das ganze Lokal lauschte zunächst berühmten kubanischen Songs wie "Chan Chan" oder "Che Guevara" (Revolutionslieder kommen derzeit übrigens in Griechenland sehr gut an :-)). Plötzlich erhob sich am Tisch nebenan ein Mann und begann spontan und acapella ein irisches Liebeslied in bemerkenswerter Qualität vorzutragen. Als Zugabe gab es dann noch ein Lied aus dem irischen Bürgerkrieg. Dies verbesserte erheblich die Stimmung in seiner Ründe, die sich sodann als internationale Lehrergruppe entpuppte. Zwei Damen aus derselben, Spanierinnen, sprangen auf und verlangten nach Flamenco-Musik, die Omar auch prompt zur Verfügung hatte. Die eigentliche Sensation bestand aber darin, dass Petros, der Mandolinist des Lokals, prompt einstimmte und sich somit zur Begeisterung von allen neue spanisch-zantiotische Klangwelten erschlossen. Die beiden Spanieriennen tanzten derweil Flamenco auf der Strada Marina. Angelockt von diesen Klangwolken erschien schließlich noch der bekannteste Mandolinenspieler der Insel, auch Professor am örtlichen Musikgymnasium, im Lokal. Das war der Auftakt zu einem unbeschreiblichen lateinamerikanisch-griechischen Musikwettstreit der Sonderklasse, dessen Gewinner vorallem wir als Zuhörer waren. Der herrlich-süffige Weiswein namens Verdea aus Yannis eigenem biologischen Anbau floss in Strömen und der gute Costas war um drei Uhr in der Früh deshalb nicht mehr wirklich in der Lage, sein Auto nach Vasilikos zu pilotieren. Gott sei Dank hatte sich Gottfried etwas zurück gehalten und stand als Ersatzchaffeur zur Verfügung. Ein durch und durch gelungener Abend, den man in dieser Form einfach nur im Süden erleben und genießen kann. Da kommt kein mißmutiger Nachbar und beklagt sich über störende Musik und auch die Polizisten kurbeln die Fenster ihrer nächtlichen Polizeistreife hinunter, um im Vorbeifahren kurz den beschwingten Klängen zu lauschen, die in der sternenklaren Nacht über das Meer verstreuen.

Donnerstag, 24. Mai 2012

ANKUNFT IN ZANTE Zehn Stunden Nachtfahrt nach Ancona inclusive Nickerchen-Pause, 24 Stunden Fähre bis Patras und nochmal 2 Stunden Transfer bis Zakynthos haben nun auch das letzte SOAK-Vehikel samt Anhänger und vierzig Trommeln auf die Insel befördert. Natürlich sind zwei Stunden im Flieger komfortabler, aber dafür gebe ich keine lieb gewonnenen Rituale auf. Und die Seele soll ja schließlich auch mitreisen. Während ich sehnsüchtig auf die Ankunft im Hafen warte, kann sich die Sonne noch nicht richtig entscheiden, ob sie die garstigen Wolken, die den Himmel bereits ab Italien verfinstert haben, vertreiben soll. Dem Wetterbericht nach wird dies spätestens ab Sonntag der Fall sein. Tipota problema, ist ohnedies angenehmer, nicht in praller Hitze die ganzen Vorbereitungsarbeiten abschließen zu müssen. Endlich legt die "Ionian Star" in Zakynthos an, wo mich sogleich ein vertrautes Stimmengewirr mit Hupenunterrmalung begrüßt. Ich genieße diesen Moment, der mich nun schon seit zwanzig Jahren immer wieder auf's Neue bewegt. Wie haben die Insel und ihre Menschen den Winter überstanden? Wie wurden sie von der nicht enden wollenden Krise gezeichnet? Auf den ersten Blick gibt es keine Veränderung. Stau der ankommen Fahrzeuge bis zur Hauptstraße, aber dann löst sich alles flüssig auf. Zwanzig Minuten später ist die Zielgerade nach Vasilikos erreicht, wo mich schon Andrea, Jessica, Alexandros, Gottfried & Omar erwarten. Endlich wieder zu Hause! Vasilikos präsentiert sich im üppigsten Kleid. Der viele Regen des Winters hat die ganze Insel mit einem intensivgrünen Kleid überzogen, das von leuchtenden Oleander-und Bougainvilleafarben dekoriert wird. Die Natur kennt eben keine Krise und lebt nicht wie wir Menschen über ihre Verhältnisse. Die Artina-Anlage ist perfekt gepflegt, das Amphitheater bereits aufgebaut und frisch gestrichen und das Büro bezogen. Selbst unsere Bürokatze "Schnurrinchen" ist - natürlich wieder mal trächtig - von ihrem Winterquartier bei der Ionion-Taverne zu uns umgezogen. Hier gibt es nämlich nicht nur gutes Futter sondern auch viele Streicheleinheiten der beiden Katzenfreundinnen Andrea & Jessica. Lediglich Revierstreitigkeiten mit der (katzenneutralen) Gina sind vorprogrammiert. Aber bei Hunden kennt Schnurrinchen leider kein Pardon. Am Bauernhof kommt mir schon Freude strahlend Nikos entgegen, der eben letzte Hand an die neuen Toiletten seines Hauses gelegt hat. Und nicht nur das: die ganzen Spülen wurden erneuert, alles neu gestrichen & lackiert - auch der Vorgarten ist jetzt mit einer wunderschönen Steinmauer eingesäumt. Seit Jänner hat er neben der Olivenernte permanent am Haus gearbeitet, jetzt würde er dafür gerne eine Woche Urlaub in Österreich machen, scherzt er. Sein Schwager Stelios, der Eigentümer der benachbarten Villa Levante, tuckert mit seinem Moped heran und pflückt sogleich eine Begrüßungsblume für mich, die er mir zum Schnuppern unter die Nase hält. Alle freuen sich schon auf den SOAK-Beginn. Jetzt kehrt endlich wieder Leben in Vasilikos ein und das verscheucht etwas die trüben Zukunftsgedanken. Auf meiner weiteren Begrüßungstour stelle ich fest, dass zwei Tavernen auf der Hauptstraße gesperrt haben. Alexis ist mit seiner "Simply Greek"-Taverne nach Argassi umgezogen und Yannis von der Fanaria-Taverne ("Beo") ist in Pension gegangen. Flugs entscheide ich, seine ganzen Sesseln, die wir auch dringenst für unser großes Fest im August brauchen werden, zu kaufen. Die Reduzierung der Tavernen wird sich sicherlich positiv auf den Ort auswirken, da es ohnedies zuviele "Estiatorios" in Vasilikos gab. Ein Drama wäre es gewesen, wenn das Coffee-House geschlossen hätte, aber Yannis, Chronis und Nikos empfangen mich schon mit einem breiten Grinsen und einer soeben frisch aus dem Ofen gezogenen Spanakopita. Auch Tineka eilt von ihrem benachbarten kleinen Supermarkt herbei, um mit einem Gläschen Wein anzustoßen. Kurzes Resumée des Ankunftstages: alles beim Alten & paradiesisch wie immer - bis zur Ankunft der ersten SOAK-Gäste sind nur mehr Kleinigkeiten zu erledigen und ich kann mich ganz auf die Organisation der "Austrian Experts Days" konzentrieren, die wir gemeinsam mit der Stadt Zakynthos am kommenden Wochenende organisieren. Aber dazu mehr im morgigen Blog - jetzt gehe ich mit Gina am Strand spazieren ........

Sonntag, 15. Januar 2012

Der Dimarchos gratuliert


Prominenter Besuch auf der Wiener Ferienmesse am Stand Griechenlands: neben dem Präfekten der Ionischen Inseln Dr. Spyros Spirou gratulierte besonders der Bürgermeister von Zakynthos (und als Dimarchos auch "Inseloberhaupt") Stylianos Bozikis SOAK-Chef Wolfgang Löhnert zum diesjährigen 20-jährigen Jubiläum. Es ist dies auch eine Würdigung des Umstandes, dass die SOAK, obwohl gesamttouristisch gesehen ein kleines (aber feines) Projekt, mit ihrer hohen Reputation und Medienpräsenz sicherlich ganz wesentlich für das gute Image, dass die Insel in Österreich genießt, verantwortlich ist. Nicht selten hört man hierzulande - wenn von Zakynthos gesprochen wird - den Kommentar. "Ah, ist dort nicht diese Sommerakademie, wo gemalt, getanzt und Theater gespielt wird?" Bürgermeister Bozikis betonte, dass die SOAK ein vorbildhaftes touristisches Projekt sei, das sich durch seinen großen Respekt gegenüber dem Gastland auszeichne und eine begrüßenswerte Form des sanften Tourismus auf der Insel darstelle. Es bestünden traditionell beste Beziehungen zu Österreich und verdanke die Insel auch einem Österreicher, dem habsburgischen Erzherzog Ludwig Salvator, die umfassendste Dokumentation ihrer Geschichte und Kultur. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Österreicher/innen Zakynthos auch in dieser für Griechenland so schwierigen Zeit im Urlaub die Treue halten würden.

Wolfgang Löhnert nützte zudem die Gelegenheit, seine Idee eines Tourismuscolleges auf Zakynthos dem Inselchef schmackhaft zu machen. Gemeinsam mit dem Präsidenten des zakynthischen Hotelierverbandes besichtigten sie die renommierte MODUL Privatuniversität für Tourismus, Public Governance und Neue Medientechnologie auf dem Wiener Kahlenberg. Die Gäste aus Zakynthos zeigten sich nicht nur von der ganz Wien überblickenden Lage der Universität beeindruckt, sondern auch von deren Möglichkeit, maßgeschneiderte Ausbildungsprogramme- und Lehrgänge mit international anerkannten Zertifikaten für ausländische Partner anbieten zu können. Zakynthos beherbergt jede Sommersaison ca. eine halbe Million Gäste, besitzt jedoch keine eigene Ausbildungsstätte für touristische Zwecke. In der Zusammenarbeit mit einem renommierten österreichischen Know-How-Träger könnte daher eine interessante Möglichkeit für die zukünftige touristische Entwicklung der Insel liegen.

Zum Abschluss seines Wienbesuches war der Dimarchos noch Gast der Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (deren Mutter ebenfalls aus Zakynthos gebürtig ist) am Blumenball im Rathaus. Da man auch auf Zante gerne Walzer tanzt, war es für Stelios Bozikis nicht allzu schwer, sich beschwingt in das Balltreiben zu stürzen und beste Eindrücke und Kontakte aus Wien zurück auf di "Fior di Levante" zu nehmen.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Neuer SOAK-Katalog in Druck gegangen (für das Video einfach klicken)

Heute um 7h früh fand der Andruck des neuen 60-seitigen SOAK-Kataloges in Wien statt. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wenn die riesige Druckmaschine in Betrieb genommen, Bogen um Bogen angesaugt wird und das bis dato virtuell geschaffene Programm in rasantem Tempo Papiergestalt annimmt. Gemeinsam mit dem Drucker werden noch kleine Farbabstimmungen ("Vielleicht a bisserl mehr die Gelbe") vorgenommen und dann geht die Auflage dahin. Bis alle Bögen gedruckt, getrocknet, gefalzt, geheftet und verpackt sind, wird es noch eine gute Woche dauern. Aber ab 12. Jänner liegen die guten Stücke ganz frisch am Ruefa-Stand und dem Zakynthos-Tisch der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr bei der Ferienmesse Wien auf. Dann kann genüsslich zwischen den tollen bewährten und neuen Kursangeboten geblättert werden. Ob Theater mit Katharina Stemberger, Singen mit Dorretta Carter und Ines Reiger, Bodypainting mit der Weltmeisterin Birgit Linke, Farbenlehre mit Willy Puchner oder Schreiben mit Franzobel - es ist für jeden kreativen Geschmack etwas dabei. Da Potenzialentfaltung besonders auch für unsere kleinen und jungen Sommerakademiker/innen gefragt sind, gibt es zudem originelle Kurse wie DJ-mixing, Stunt-Action, Musikwerkstatt, Akrobatik u.a. mehr im Programm.

Alle, die es nicht erwarten können, im neuen SOAK-Katalog zu stöbern, finden dazu eine bequeme virtuelle Möglichkeit auf unserer Homepage www.sommerakademie.at

Willkommen im nächsten Sommer!