Dienstag, 29. Mai 2012

NÄCHTLICHE GRILLPARTIES UND ZAKYNTHISCHE SCHILDBÜRGERSTREICHE Noch bevor die SOAK heute in ihre 20ste Saison startet, ist ganz Vasilikos bereits wach gerüttelt. Und das lag an der SOAK-Vorhut in Form der Trommel-Workshopgruppe von Gerhard Kero. Aber die Griechen nahmen die täglichen Trommeleien gelassen und freuten sich, dass wieder buntgetupftes Leben in ihren Alltag einkehrte. Und da sich die Geselligkeit nicht nur auf das perkussive come-together reduziert, wurde gestern Abend eine Grillparty am Bauernhof ausgerufen. Kiloweise wurden Lammkoteletts, Hühnerflügel, Würstchen und jede Menge Beilagen herbeigeschafft und Nikos Grill angeworfen. Wie angenehm, dass ein uruguayischer Grillmeister namens Omar sogleich seine Künste anbot und die köstlichen Zutaten alsbald in knusprigbraune Köstlichkeiten verwandelte. Nach dem gelungenen Mahl wurden Gitarre, Mundharmonika & alle möglichen Trommeln gezückt und bis früh in den Morgen musiziert. Die Vasilikioten bewiesen wieder einmal, dass sie über einen überaus gesegneten Schlaf verfügen, denn kein aus seinen süßen Träumen geweckter Mitbürger erschien am Ort der Feierlichkeiten, um sich ob des Festes zu beklagen. Derweil ein beschwingtes Liedchen nach dem anderen erklang, feierten 60 km nordöstlich auf der Insel weniger erbauliche Gestalten in der dunklen Nacht eine andere Party. Anstatt Trommeln mit Flex-Maschinen ausgestattet, schnitten sie fein säuberlich die Aussichtsplattform beim Schmugglerschiff-Wrack ab und hinterließen nach dieser Aktion nur mehr das schwer zu entfernende Beton-Fundament der Konstruktion. Unfassbar, aber wahr! Was das Motiv dieser Schildbürgerei war, darüber rätselnd seitdem die zakynthischen Medien. Vielleicht schwelende Streitigkeiten zwischen den Grundstücksbesitzern oder Eifersüchteleien der Ausflugsbootbetreiber, die keine Konkurrenz auf dem Landweg wünschen. Wie auch immer. Das Wrack und einer der schönsten Ausblicke im Mittelmeerraum ist derzeit von oben nur nach einem eher mühsamen Fußweg zu betrachten. Wie ein Wink des Schicksals mutet es fast an, dass in dem 3-köpfigen österreichischem Expertenteam mit Werner Stark von "Pronatour" ein Spezialist vertreten ist, der bereits drei phantastische Aussichtsplattformen in mehreren Nationalparks realisiert hat. Und er wurde auch gleich von Bürgermeister und Inselhäuptling Stelios Bozikis gebeten, ein Konzept für eine zeitgemäße Besucherlösung für diese weltberühmte Naturattraktion auszuarbeiten. Vielleicht der Beginn einer noch intensiveren zakynthisch-österreichischen Freundschaft. Hoffentlich verdächtigt mich jetzt niemand, dass ich die alte Plattform entfernt habe!
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