Mittwoch, 30. Mai 2012

SOAK-Start bei strahlend blauem Himmel

Wie bei Zeus bestellt, verzogen sich heute morgen um sieben Uhr alle noch vereinzelt bestehenden Wolken, sodass sich die doppelte Bläue des Himmels und des Meeres in ihrer schönsten Form zur Begrüßung von fast 100 Sommerakademiker/innen präsentieren konnte. Statt dem Zirpen von Grillen wird Vasilikos derzeit von einem unbeschreiblich schönen Vogelstimmen-Gezwitscher erfüllt. Neben dem umfangreichen Kursprogramm nahmen unsere ersten Gäste mit Begeisterung eine Neuerung dieser Saison auf: ab morgen stehen für bewegungshungrige SOAKIes zehn funkelnagelneue Räder als ideale und umweltschonende Miet-Transportesel zur Verfügung. Auch die Organisation wurde mit zwei "Pedalectrics", die wohl ersten auf der Insel, ausgestattet. Ein zusätzlicher Schritt zum Ausbau einer ökologisch verträglichen und nachhaltigen touristischen Infrastruktur (made in Austria & implemented in Greece). Und wie sieht das Leben in Vasilikos sonst aus: alles wie gehabt und eine Gemütlichkeit wie im Bilderbuch. Gestern überraschte mich wieder einmal die Hilfsbereitschaft der hiesigen Menschen: als wir gestern Probleme hatten, einen Bunsenbrenner deutscher Fabrikation an eine in Griechenland übliche Gaskartusche anzuschließen und sich herausstellte, dass unterschiedliche Gewinde-Normgrößen dies verhindern, fanden sich sofort fünf sachkundige Vasilikioten bei Spiros im kleinen Dorfsupermarkt zusammen, um eifrig Lösungsmöglichkeiten zu diskutierten. Dann nahm Yannis das Teil und sagte: "Trust me, I bring this part to Akis - a friend of mine - in town. He will fix it and I return it to you in the afternoon". Wo findet man noch so eine spontane, herzliche Reaktion und Unterstützung in unseren Breiten? Ein anderer Freund, Nikos, zeigte mir gestern ganz stolz den vor dem Kursleiterhaus neu angelegten Gemüsegarten. Süße Zwiebeln (eine zakynthische Spezialität), Kartoffeln und Erbsen gedeihen herrlich in der fruchtbaren Erde und werden schon bald auf dem Tisch landen. Selbstverständlich bekommen wir dann auch etwas von diesen vor unserer Türe liebevoll und biologisch angebauten Köstlichkeiten. Wozu Gemüse aus der ganzen Welt importieren, wo wir doch alles hier anbauen können, sagen sich immer mehr der hier lebenden Menschen und vor allem die jüngere Generation entdeckt wieder den Wert der eigenen Landwirtschaft und ist froh, dass sie noch auf das Know-How ihrer Eltern und Großeltern zurück greifen kann. So ist auch ein gutes Leben in krisenhaften Zeiten möglich. Auch zwei Kühe weiden wieder in Vasilikos, in unmittelbarer Nähe der Villa Artina. Sie gehören Stelios, der in Mela-Beach eine legendäre Taverne führt und dessen Familie seit über 300 Jahren auf der Landzunge von Vasilikos Landwirtschaft betreibt. Heute mittags bin ich bei Nikos zu Afgolemono, einer herrlichen zakynthischen Suppenspezialität mit Eiklarschaum, Dotter und Zitronensaft eingeladen. Also bis demnächst und polla xairetismata aus dem Paradies!
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