Montag, 11. Juni 2012

Im Ouzo-Reich

Während heute Abend bereits die zweite SOAK-Vernissage im stimmungsvollen Ambiente des alten Bauernhofes über die Bühne geht, freut sich ein von allen geliebter Bewohner dieses heimeligen Platzes ganz besonders. Unser Grauohr (oder besser: Weißohr) Ouzo fühlt sich nunmehr in seinem luxuriösen Gehege wie neu geboren. Als ihn sein Ex-Herrchen Andreas vor drei Wochen wieder aus dem Winterquartier brachte, erschraken wir zunächst. Abgemagert bis auf die Knochen mit einer böse aussehenden Wunde am Nacken, sah uns Ouzo aus ganz traurigen Augen an und verweigerte nahezu jede Nahrungsaufnahme. Wir riefen sofort unsere Freundin Marion, eine österreichische Tierärztin, die auf Zakynthos Amtstierärztin ist, an und baten sie um einen raschen Besuch. Es schwante uns Schlimmes. Doch Marion hatte gleich die Ursache für Ouzo´s Unwohlsein gefunden. Altersbedingt hatte sich nämlich die Knochensubstanz seiner Backenzähne vermindert und diese zu spitzen Erhebungen gemacht, die beim Kauen die Zunge schmerzhaft traktierten. Daher fraß der Arme nur das Notwendigste. Mit einer martialisch anmutenden - einen halben Meter langen - Metallraspel beseitigte Marion jedoch rasch, sachkundig und für Ouzo vollkommen schmerzlos das Wurzel allen Übels. Und mit Wilhelm Busch kann man nun sagen: "Viele Tage war der Ouzo krank, jetzt frisst er wieder, Gott sei Dank!". Dann wurde sogleich ein weiteres Übel, nämlich die seit ewiger Zeit praktizierte Anbindung des Maultieres an einen Baum, beseitigt. Bledi und sein geschicktes Team fertigten rasch ein großes Geviert rund um einen Schatten spendenden Olivenbaum, wo sich Ouzo jetzt ohne Halfter bewegen kann, wie es ihm gefällt. Ein völlig neues Lebensgefühl, das zusätzlich Appetit anregend wirkt. Natürlich wird er nun auch wieder von seiner sommerakademischen Familie mit viel Gemüse und altem Brot aufgepäppelt und freut sich schon ganz besonders auf seine kleinen Freund/inn/e/n, die ihn schon in wenigen Wochen besuchen werden.
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